Wirtschaft
Hält an den Zielen für das Gesamtjahr fest: BASF-Chef Kurt Bock (Archivbild).
Hält an den Zielen für das Gesamtjahr fest: BASF-Chef Kurt Bock (Archivbild).(Foto: REUTERS)

Öl, Gas, Chemie und Kunststoff: BASF bleibt unter der Milliarde

Gemischte Gefühle in Ludwigshafen: BASF bleibt im Sommer beim Konzerngewinn deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück. Der Herbst beginnt für das Chemie-Schwergewicht mit starken Zahlen aus dem Geschäft mit Öl, Gas und chemischen Erzeugnissen für die Landwirtschaft.

Höhere Steuerlasten und Schwächen einzelnen Sparten nagen bei BASF am Gewinn: Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat im dritten Quartal weniger verdient als noch vor einem Jahr. Der Gewinn sei um ein Fünftel auf 946 Mio. Euro gesunken, teilte BASF mit. Mit diesem Ergebnis blieb das Unternehmen trotzdem noch über den Erwartungen der Analysten, die mit einem stärkeren Gewinneinbruch gerechnet hatten.

Operativ kam BASF im Zeitraum Juli bis September auf ein Ergebnis von 2,070 Mrd. Euro, ein Plus von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der konzernweite Umsatz kletterte im dritten Quartal um 8 Prozent auf 19,0 Mrd. Euro. Auch hier schnitt der Konzern besser ab, als Analysten erwartet hatten.

Insgesamt entwickelten sich die Geschäfte in den einzelnen Sparten sehr unterschiedlich. Während BASF Zuwächse bei der Öl- und Gastochter Wintershall erzielen konnte, gab es im Geschäft mit Chemikalien und Kunststoffen Gewinnrückgänge.

Florierende Öl- und Gasgeschäfte und eine kräftige Nachfrage nach Agrarchemikalien hielten BASF insgesamt auf Kurs. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - zum Beispiel stieg im dritten Quartal binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. Analysten hatten im Schnitt mit rund zwei Mrd. Euro gerechnet.

An seinen Jahresprognosen hielt der Dax-Konzern fest: BASF rechnet demnach weiterhin mit Zuwächsen bei Umsatz und Betriebsgewinn. Die Prognose wird hauptsächlich von der Wiederaufnahme der Erdölproduktion in Libyen gestützt sowie vom florierenden Pflanzenschutzgeschäft. Beim Ergebnis in den Chemiegeschäften rechnet BASF dagegen weiterhin mit einem Rückgang im Vorjahresvergleich. Im vierten Quartal geht BASF mit Blick auf das trübe Konjunkturklima nicht mehr von einer Belebung des weltweiten Wirtschaftswachstums aus. Damit dürfte auch die Nachfrage im Chemiegeschäft zurückgehen.

"Dennoch streben wir weiterhin an, bei Umsatz und Ebit vor Sondereinflüssen die Spitzenwerte des Jahres 2011 zu übertreffen", erklärte Konzernchef Kurt Bock. Dabei setzt BASF weiterhin auf seine Öl- und Gassparte und starke Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln. BASF hatte im vergangenen Jahr 73,5 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftetet umgesetzt und erzielte dabei einen bereinigten Betriebsgewinn von 8,4 Mrd. Euro.

Erste Reaktionen an der Börse

Am deutschen Aktienmarkt erwarteten Händler keine größeren Reaktionen auf die BASF-Zahlen zum dritten Quartal. Die Umsatzseite habe sich etwas stärker entwickelt, dafür das Nettoergebnis etwas schwächer, hieß es am Morgen. "Insgesamt bewegt sich der Bericht im Rahmen der Erwartungen", sagte ein Marktteilnehmer. Positiv bewertete ein Beobachter die bestätigte Jahresprognose.

Angesichts der zahlreichen enttäuschenden Ausblicke in der laufenden Berichtssaison wie von DuPont verliert massiv Gewinn oder Dow Chemical könnte dies den BASF-Aktien etwas helfen, hieß es, insbesondere da sich die Aktie zuletzt eher schwächlich entwickelt habe.

Quelle: n-tv.de

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