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Großbaustelle Hauptstadt-Airport
Großbaustelle Hauptstadt-Airport(Foto: picture alliance / dpa)

Airport-Firmen prüfen Sicherheiten: BER zahlt nur schleppend

Den Betreibern des neuen Hauptstadtflughafens stehen finanziell turbulente Zeiten ins Haus. Die sowieso schon dünne Gelddecke könnte schnell noch kürzer werden. Nach Berichten über eine drohende Pleite, wollen Airport-Firmen für ihre Arbeit möglicherweise Vorauskasse verlangen.

Auf die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) kommen möglicherweise noch weitere gravierende Finanzprobleme zu. Nachdem die brandenburgische Landesregierung bereits einräumen musste, dass die FBB keine zusätzlichen Kredite mehr aufnehmen kann, drohen die nächsten finanziellen Belastungen.

Die Firmen, die hier bauen, bangen um ihr Geld.
Die Firmen, die hier bauen, bangen um ihr Geld.(Foto: picture alliance / dpa)

Wie der Berliner Anwalt Ralf Leinemann, der zahlreiche Unternehmen am Flughafen vertritt, der Wirtschaftswoche (Wiwo) sagte, haben die Spekulationen um die drohende Geldnot der Betreiber " die Auftragnehmer der Berliner Flughafengesellschaft alarmiert". Die FBB müsse deshalb befürchten, dass die Firmen die gesetzliche Möglichkeit nutzten, Sicherheiten für offene Rechnungen und künftige Vorleistungen zu verlangen.

Damit würde der Kapitalbedarf der FBB weiter steigen. "Wir wissen, dass mehrere am Bau beteiligte Firmen über solche 'Sicherungsverlangen' aktuell nachdenken", ergänzte Leinemann. "Allein beim Terminal macht das mögliche Volumen solcher Sicherheitsanforderungen über 100 Millionen Euro aus. Schon jetzt erhalten etliche Firmen, die auf der Baustelle tätig sind und waren, auf ihre offenen Rechnungen nur schleppende oder keine Zahlungen", fügte der Anwalt hinzu.

Der Geldfluss versiegt

Der Bau des künftigen Hauptstadtflughafens BER gerät immer mehr zu einem Fiasko. Nach der zweifachen Verschiebung des Eröffnungstermins steckt der Flughafen in akuter Geldnot. Eine Insolvenz wird von Beobachtern mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen. Noch ist die Flughafengesellschaft zwar flüssig, doch die vorhandenen Finanzmittel reichen voraussichtlich nur bis zum Ende des Jahres.

Die Gesellschaft - bestehend aus dem Bund und den beiden Ländern Berlin und Brandenburg – kann inzwischen keine neuen Schulden mehr machen. Wie die Brandenburger Landesregierung auf eine Kleine Anfrage aus der CDU-Fraktion in Brandenburg mitteilte, "ist die FBB in der gegebenen Ertrags- und Kostenstruktur nicht in der Lage, zusätzliche Kredite aufzunehmen und zu bedienen". Wie in der vergangenen Woche aus Regierungskreisen verlautete, haben bereits mehrere Banken neue Kredite verweigert.

Laut Brandenburger Landesregierung soll zurzeit noch "ausreichend Liquidität" bestehen, "um die gegenwärtigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen". Aber nach der geplatzten Eröffnung Anfang Juni dieses Jahres müsste die Gesellschaft rund 1,2 Mrd. Euro mehr aufbringen. Die Bereitschaft dazu hat sie zwar bereits signalisiert. Das Problem ist, dass der BER ein großer Gemeinschaftsflughafen ist, der die Grenze von jährlich mehr als zehn Millionen Passagieren überschreitet. Damit unterliegt er bei der Finanzierung einer Prüfung durch die EU. Geht der Flughafen vor Jahresende Pleite, wird die EU weitere Beihilfen möglicherweise nur unter größten Schwierigkeiten genehmigen.

Ob der neu anvisierte Eröffnungstermin am 17 März kommenden Jahres vor diesem Hintergrund einzuhalten ist, ist völlig offen. Kommenden Donnerstag tagt der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft.

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Quelle: n-tv.de

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