Wirtschaft
Mehdorn favorisiert die kleine Variante.
Mehdorn favorisiert die kleine Variante.(Foto: picture alliance / dpa)

Teilereröffnung zeichnet sich ab: BER ist frühestens in zwei Jahren fertig

Airport-Chef Mehdorn kämpft weiter für seinen Plan, nur mit einem kleinen Teil des Hauptstadtflughafens an den Start zu gehen. Die Frage bleibt, wann der BER dann vollständig eröffnet wird. Einem Medienbericht zufolge könnte das wieder mal länger dauern.

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Die vollständige Eröffnung des Hauptstadtflughafens könnte nach "Bild"- Informationen mindestens bis Sommer 2015 dauern. Das Blatt beruft sich auf einen Siemens-Bericht zur Brandschutzanlage. Demnach dürften die notwendigen Bauarbeiten frühestens im März übernächsten Jahres abgeschlossen sein.

Anschließend würden weitere vier Monate mit Bauabnahmen und Probebetrieb ins Land gehen, so dass eine vollständige BER-Eröffnung unter optimalen Bedingungen am "31. Juli 2015" möglich sei, so die Zeitung. Flughafensprecher Ralf Kunkel wies den Bericht als "reine Spekulation" zurück.

Dauerbrenner Brandschutz

"Wir sind derzeit in Verhandlungen mit den Firmen zur Lösung der Brandschutzprobleme. Hier sind aber noch keine Entscheidungen getroffen", sagte er. Es bleibe bei dem verabredeten Zeitplan, wonach bei der Aufsichtsratssitzung im Oktober über den Zeitplan für die Eröffnung entschieden werden solle.

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Flughafenchef Hartmut Mehdorn plant eine Teileröffnung des Airports im kommenden Jahr und will die Pläne an diesem Freitag im Aufsichtsrat vorstellen.  Dem "RBB" zufolge zeichnet sich eine Mehrheit für das Konzept ab. Die Kontrolleure halten demnach einen "kleinen Probebetrieb" für sinnvoll. Termine wurden nicht genannt.

BER-Eröffnung light

Nach den Überlegungen Mehdorns sollen Passagiere zunächst nur im Nordflügel des Flughafen-Neubaus einchecken. Mehdorn will so früh wie möglich mit bis zu zehn Flügen und maximal 1500 Passagieren am Tag starten und so die Abläufe im neuen Flughafen testen. Aus Berlin und Brandenburg hatte es Unterstützung für das Vorhaben gegeben.

Der Grünen-Verkehrsexperte Anton Hofreiter hält eine solche Teileröffnung des Milliardenprojekts dagegen nicht für den richtigen Weg. Eine "Kleinst-Eröffnung" halte er für wenig sinnvoll, sagte Hofreiter, der Vorsitzender des Bundestags-Verkehrsausschusses ist, dem "RBB". Dies sei unwirtschaftlich und bringe die Flughafengesellschaft in noch größere finanzielle Schwierigkeiten.

Hofreiter hat sich bei der Suche nach einem neuen Flughafen-Aufsichtsratschef zudem für eine Stärkung dieser Position ausgesprochen. Es wäre wichtig, einen Aufsichtsratschef zu haben, "der seine ganze Kraft und Zeit" für den Flughafen einsetzen könne. Es hält auch eine Bezahlung für den bislang ehrenamtlichen Posten für denkbar. Als möglichen Kandidaten nannte er den früheren Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender.

Nach dem angekündigten Rückzug des bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, muss der Posten neu besetzt werden. Der scheidende Regierungschef leitet die Sitzung des Kontrollgremiums zum letzten Mal. Vertreter ist der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit.

Die gute Nachricht vom Pannenairport

Mehr als mögliche Eröffnungstermine gibt es mittlerweile Gutachten über das eigentliche Prestigeobjekt der Hauptstadt. Eine Luftverkehrsprognose im Auftrag der Flughafengesellschaft, die den Airport in Schönefeld baut und betreiben will, kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass der neue Flughafen nicht sofort an seine Grenzen stößt. Dem Gutachten zufolge ist die dritte Start- und Landebahn damit vorerst nicht notwendig. Der BER komme mindestens bis zum Jahr 2020 ohne weitere Anbauten und Satelliten aus.

Quelle: n-tv.de

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