Wirtschaft

Highnoon am DüngermarktBHP kämpft um Potash

18.08.2010, 10:46 Uhr

Für eine Handvoll Dünger: Wie im Western spitzt sich das Duell um Potash zu. Den weltgrößten Düngemittelhersteller will sich der größte Minenkonzern der Welt, BHP, einverleiben. Der Potash-Vorstand streubt sich, bezeichnet die Offerte von fast 39 Mrd. Dollar als "gröblich unangemssen" und zückt eine Giftpille. BHP reagiert.

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Für eine Handvoll Dünger: BHP will potash übernehmen. potash will sich aber nicht kaufen lassen. (Foto: Reuters)

Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton will die milliardenschwere Übernahme von Potash auch gegen den Widerstand des kanadischen Düngemittelspezialisten durchsetzen. Nach Ablehnung des 38,6 Mrd. Dollar schweren Angebots durch Potash will sich der Bergbauriese nun direkt an die Potash-Aktionäre wenden.

Die Offerte sei voll durchfinanziert über vereinbarte Kredite, teilte das australische Unternehmen mit. Die Akquisition sei an die Bedingung geknüpft, dass im Zuge des Übernahmeangebots mehr als 50 Prozent der Potash-Anteile angedient werden.

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Der australisch-britische Rohstoffkonzern BHP Billiton gehört mit Vale und Rio zu den drei weltgrößten Abbauunternehmen. (Foto: REUTERS)

BHP will den Potash-Aktionären 130 Dollar je Aktie bieten. Wie Konzernchef Marius Kloppers ausführte, ist der Bergbauriese bislang noch nicht an Potash-Aktionäre herangetreten. Es gebe aber eine gewisse Überlappung zwischen den Aktionären von BHP in Nordamerika und den Aktionären von Potash, sagte er.

"Gröblich unangemessen“

Potash-Verwaltungsratschef Dallas Howe hatte die BHP-Offerte als "gröblich unangemessen" bezeichnet. Die Düngerbranche sei mit der Konjunktur gerade im Aufwind und die Potash-Aktie klar unterbewertet. Der Konkurrent des Kasseler K+S-Konzerns stellt sich bereits auf einen Abwehrkampf ein.

Der Potash-Vorstand beschloss eine sogenannte "Giftpille", mit der ein feindlicher Vorstoß deutlich erschwert würde. Sobald ein neuer Aktionär auf 20 Prozent an Potash kommt, verdoppelt das Unternehmen sein Grundkapital und bietet die neuen Papiere allen übrigen Anteilseignern mit einem erheblichen Abschlag an.

K+S: Euphorie ebbt langsam ab

Angesichts der Unsicherheit bei BHP-Potash haben Anleger bei den europäischen Düngemittel-Herstellern zunächst einmal Kasse gemacht. K+S verloren 1,1 Prozent, nachdem sie am Vortag als Reaktion auf die geplante Übernahme des kanadischen Weltmarktführers Potash durch den Bergbau-Konzern BHP Billiton knapp 6 Prozent zugelegt hatten.

Börsianer bezeichneten die Übernahmespekulationen rund um K+S als überzogen. Er halte es für unwahrscheinlich, dass sich BHP bei einem Scheitern der Potash-Offerte K+S als neues Übernahmeziel suche, schrieb DZ-Bank-Analyst Heinz Müller. Dem stünden unter anderem kartellrechtliche Hürden im Weg. Seine Kollegen Annett Weber von der BHF-Bank und Stephan Kippe von der Commerzbank waren ebenfalls skeptisch und begründeten dies mit den ihrer Ansicht nach relativ hohen Produktionskosten.

Die Aktien des K+S-Konkurrenten Yara, die am Dienstag ebenfalls etwa sechs Prozent zugelegt hatten, verloren an der Börse Oslo ein Prozent.

Quelle: bad/rts