Wirtschaft
Auf Rekordkurs: BMW strotzt im ersten Quartal vor Kraft.
Auf Rekordkurs: BMW strotzt im ersten Quartal vor Kraft.(Foto: REUTERS)

Kostenanstieg drückt Absatzplus: BMW-Autosparte trübt Gesamtbild

Der Autohersteller BMW fährt weiter auf der Überholspur. Die Münchener behalten die angepeilten Rekorde fest im Blick. Höhere Ausgaben kontern sie mit steigendem Absatz. Allerdings stagniert in der Autosparte das operative Geschäft.

Rekordverkäufe in den ersten drei Monaten sorgen beim Autohersteller BMW für einen Jahresauftakt nach Maß. Doch hohe Ausgaben für Elektroautos, Mehrkosten für Mitarbeiter und der Preiskampf in Europa zehren so manchen Erfolg wieder auf. Obwohl die Münchner in den ersten drei Monaten des Jahres so viele Fahrzeuge verkauften wie noch nie, stagnierte in der Kernsparte Automobile das Betriebergebnis bei knapp 1,6 Milliarden Euro, wieder Autobauer mitteilte. Pro verkauftem Pkw blieb weniger hängen als ein Jahr zuvor und auch weniger als beim Rivalen Audi. Mit Motorrädern und Finanzgeschäften nahm BMW dagegen mehr ein.

Insgesamt brachte der Konzern den ersten drei Monaten 487.000 Fahrzeuge an die Kunden - 8,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Vor allem in Asien brummten die Geschäfte. Die Erlöse kletterten auf Jahressicht um knapp vier Prozent auf 18,2 Milliarden Euro. Operativ blieben davon 2,09 Milliarden Euro hängen nach zuletzt 2,04 Milliarden. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen fast 1,5 Milliarden Euro und damit 11,4 Prozent mehr. Alles in allem übertraf BMW damit die Analystenschätzungen.

Audi ist Margen-Führer

Angesichts der Zahlen bestätigte der Konzern seine Prognose. "Wir steuern im laufenden Jahr einen deutlichen Absatzzuwachs und damit eine neue Bestmarke von über zwei Millionen Fahrzeugen an", sagte Vorstandschef Norbert Reithofer. Zudem soll das Vorsteuerergebnis einen neuen Bestwert erreichen und die Rendite im Geschäft mit der Oberklasse weiter zwischen acht und zehn Prozent erreichen - das entspräche einem Betriebsergebnis von mehr als 8,6 Milliarden Euro. Audi lag mit 10,1 Prozent vorne, Daimlers Pkw-Sparte zuckelte mit 7,0 Prozent hinterher.

In der Kernsparte Automobile stagnierte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) indes. Weil der Umsatz zulegte, sank die Ebit-Marge auf 9,5 Prozent. Hohe Kosten für neue Antriebstechnologien, für Personal und der Preisdruck schlugen sich nieder. Mehr Gewinn fuhr BMW dagegen mit Motorrädern und Finanzdienstleistungen ein.

Ausgaben bleiben hoch

Reithofer warnte, dass die Ausgaben hoch blieben und das Wachstumstempo weiter bremsten. BMW hat viel Geld in das Elektroauto i3 und eine teure Werbekampagne für den vielerorts skeptisch beäugten Stromantrieb gesteckt. Auch die Ausgaben für neue Modelle, mit denen der Konzern punkten will, sind hoch. Zudem laboriert die gesamte Branche nach wie vor unter dem selbst angezettelten Preiskampf in Europa, wo sich die Pkw-Verkaufszahlen nach jahrelanger Krise erst allmählich erholen. Im April waren in Deutschland die Verkaufszahlen unerwartet gesunken - und zwar bei fast allen deutschen Herstellern.

Die Schwäche auf dem Heimatkontinent glich BMW in den ersten drei Mnaten - wie die Oberklasse-Konkurrenz - weitgehend in den beiden weltgrößten Automärkten China und USA aus. Vom i3 wurden 2022 Exemplare an zahlende Kunden übergeben.

Quelle: n-tv.de

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