Wirtschaft
(Foto: dapd)

Rekordjahr weiter im Blick: BMW verbucht Gewinneinbruch

Wer hoch steigt, kann tief fallen: Der Luxusautobauer BMW verdient im zweiten Quartal rund ein Viertel weniger als ein Jahr zuvor. Dennoch ist es das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte. Und auch am angestrebten Rekordergebnis im Gesamtjahr wollen die Münchener nicht rütteln.

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Der Autobauer BMW hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Vor Steuern verdiente der Konzern knapp zwei Mrd. Euro, das sind 25 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Unterm Strich ging der Gewinn um 28 Prozent zurück auf 1,3 Mrd. Euro.

BMW machte höhere Kosten für Personal und Entwicklung, teure Investitionen in neue Technologien und den schärferen Wettbewerb dafür verantwortlich. Zudem seien die Vorjahreswerte besonders hoch gewesen, weil damals Millionenbeträge, die BMW in der vorigen Krise auf die hohe Kante gelegt hatten, wieder in die Kassen zurückflossen. Analysten hatten diese Effekte in ihren Prognosen bereits berücksichtigt und dennoch mit etwas höheren Gewinnen gerechnet.

Beim Umsatz erfüllte BMW mit rund 19,2 Mrd. Euro (plus 7,3 Prozent) die Erwartungen. Dank der anhaltend hohen Nachfrage aus den USA und China legten die Verkäufe der Bayern zwischen April und Juni um knapp 5,5 Prozent auf rund 475.000 Autos zu.

Von den Erlösen aus den Autoverkäufen blieb mehr in der Kasse, als Experten erwartet hatten: Die Rendite (Ebit-Marge) im Kernsegment Automobile erreichte 11,6 Prozent und lag damit gleichauf mit Audi. Die Ingolstädter wollen die Münchner langfristig vom Premiumthron stoßen, haben aber zuletzt eingeräumt, dafür mehr Zeit zu brauchen als gedacht. Bis 2020 statt bis 2015 soll es jetzt soweit sein. Dann will auch der ins Hintertreffen geratene Stuttgarter Konkurrent Mercedes, der früher wie selbstverständlich die Oberklasse dominierte, wieder auf Platz 1 zurückgelangen. Bei der Rendite waren die Schwaben im zweiten Quartal mit 8,6 Prozent abgeschlagen.

Renditeprognose bleibt

Für das Gesamtjahr 2012 will BMW im Autosegment weiter eine Ebit-Marge von acht bis zehn Prozent erreichen. Außer den teuren Investitionen könne sich auch die Verschlechterung der Marktsituation negativ auf die Geschäfte auswirken.

In Europa ist der Pkw-Absatz seit Monaten auf Talfahrt und hat zuletzt den niedrigsten Stand seit knapp zwanzig Jahren erreicht. In den Schuldenstaaten des Südens sind die Verkäufe eingebrochen. Probleme bereitet dies vor allem Volumenherstellern, die teils rote Zahlen schreiben. Das Oberklassesegment brummt aber weiter, da die schwierige Lage auf dem alten Kontinent durch Zuwächse beispielsweise in den USA und China wettgemacht wird.

Bei BMW hieß es, sofern sich das weltweite Konjunkturklima nicht weiter eintrübe, sei bei der Rendite im Autosegment mit einem Wert am oberen Ende der Zielspanne zu rechnen. Für den Gesamtkonzern bekräftigte Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer die Prognose: "Wir streben 2012 unverändert beim Absatz sowie beim Konzernergebnis vor Steuern an, das Vorjahr zu übertreffen." Eine präzisere Prognose, wie sie der Autobauer eigentlich für den Sommer versprochen hatte, scheute der Chef.

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Quelle: n-tv.de

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