Wirtschaft
Nicht nur beim Thema Rendite liefern sich BMW und Audi ein Kopf-an-Kopf-Rennen: In der vergangenen DTM-Saison sah es genauso aus. Dort hatte am Ende aber BMW die Nase vorn.
Nicht nur beim Thema Rendite liefern sich BMW und Audi ein Kopf-an-Kopf-Rennen: In der vergangenen DTM-Saison sah es genauso aus. Dort hatte am Ende aber BMW die Nase vorn.(Foto: picture alliance / dpa)

Börsianer sind enttäuscht: BMW verliert Renditerennen

BMW ist der Platzhirsch im Oberklassesegment - zumindest was den Absatz betrifft. Bei der von Experten als wichtiger bewerteten Kennzahl der Umsatzrendite liegt indes ein anderer deutscher Autobauer vorn. Aber nicht nur darauf reagieren die Anleger verschnupft.

Im Dreikampf um die Spitze in der Oberklasse liefern sich BMW, Audi und Daimler ein hartes Rennen. Dabei kann man die Hersteller nur schwer vergleichen, denn Modellpalette, Struktur und Ausrichtung sind verschieden. Eine Kennziffer, die beim Vergleich hilft, ist die Umsatzrendite - der auf den Umsatz bezogene Gewinnanteil - der jeweiligen Autosparten. Die Kennzahl gibt Auskunft über die Rentabilität. Derzeit hat Audi hier knapp die Nase vorn: 2012 liegt dieser Wert bei der VW-Tochter bei 11 Prozent. Die Autosparte von Daimler schaffte nur 7,1 Prozent. BMW liegt nach aktuellen Daten des Unternehmens zufolge haarscharf hinter den Rivalen aus Ingolstadt und erreichte eine Marge von 10,9 Prozent.

BMW steigerte aber im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn wie erwartet auf Rekordwerte. Allerdings will der Autobauer seine Dividende weniger stark anheben als am Markt erhofft. Je Stammaktie sollen 2,50 Euro ausgeschüttet werden, wie BMW weiter mitteilte. Branchenexperten hatten im Schnitt 2,64 Euro erwartet, im vergangenen Jahr wurden 2,30 Euro ausgeschüttet. Die Milliardärsfamilie Quandt kann sich allein auf mehr als 700 Mio. Euro Dividende einstellen. Stefan Quandt und Susanne Klatten halten zusammen 46,7 Prozent an BMW und werden - die als sicher geltende Zustimmung der Hauptversammlung vorausgesetzt - gemeinsam rund 703 Mio. Euro kassieren. Damit brachte die Beteiligung der Familie in den vergangenen zwei Jahren mehr als 1,3 Mrd. Euro.

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Der Umsatz stieg 2012 um 11,7 Prozent auf 76,8 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebit) legte um 3,5 Prozent auf 8,3 Mrd. Euro zu. Unterm Strich blieben 5,1 Mrd. Euro, 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Absatz soll im laufenden Jahr trotz der weiterhin volatilen Rahmenbedingungen in vielen Märkten weiter gesteigert werden.

Anleger enttäuscht

Vom Dauerrivalen Audi holt sich BMW einen neuen Vorstand: Der früheren Audi-Vertriebschef Peter Schwarzenbauer. Nötig ist der Vorstandsumbau weil Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt zum 1. April sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegt, wie BMW mitteilte. Seinen Job, der als ein Schlüsselressort bei dem Hersteller gilt, übernimmt Harald Krüger, der bisher im Vorstand für die Marken Mini und Rolls-Royce zuständig war. Diesen Posten übernimmt nun wiederum Schwarzenbauer, der im vergangenen Jahr im Zuge eines großen Managementumbaus im Volkswagen-Konzern seinen Vorstandsjob bei Audi verloren hatte.

BMW zog sich zudem den Unmut der Anleger zu. Die Münchener enttäuschten ihre Aktionäre mit einer Dividendenanhebung von "nur" 20 Cent auf 2,50 Euro. "Das ist aus Sicht des Marktes noch immer nicht gut genug", sagte ein Händler. "Da die Erwartungen nicht außerordentlich stark übertroffen wurden, verkaufen einige Anleger lieber ihre Aktien und nehmen die Gewinne mit. Die Investoren bekommen halt den Hals nicht voll." Die Papiere gaben rund 1 Prozent ab - in einem positiven Marktumfeld.

Quelle: n-tv.de

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