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Wirtschaft

Mittwoch, 28. Juli 2010

Bloß nicht noch mal Washington: BP-Boss lehnt Vorladung ab

Der noch bis Oktober amtierende Chef des britischen Energiekonzerns BP, Tony Hayward, geht unangenehmen Fragen lieber aus dem Weg. Vor allem Stichworte wie Lockerbie und Libyen scheinen in der Londoner BP-Zentrale reichlich Staub aufzuwirbeln.
Tony Hayward.

Tony Hayward.
(Foto: REUTERS)

Der scheidende BP-Chef Tony Hayward will sich nicht noch einmal von US-Senatoren auf den Zahn fühlen lassen. Er habe "zu viel zu tun", sagte ein BP-Sprecher in der Londoner Konzernzentrale im Hinblick auf eine Anfrage aus Washington. Ein Senatsausschuss im US-Kongress wollte Hayward dazu befragen, ob BP die vorzeitige Freilassung des libyschen Lockerbie-Attentäters Abdel Basset al-Megrahi aktiv mitbetrieben hat, um anschließend einen milliardenschweren Ölförderungsvertrag mit Libyen abschließen zu können.

Der ehemalige britische Justizminister Jack Straw hat es ebenfalls abgelehnt, dafür nach Washington zu kommen, genauso wie Mitglieder der schottischen Regionalregierung in Edinburgh.

Senator Robert Menendez, der den zuständigen Ausschuss leitet, bezeichnete die Haltung der Briten als "äußerst enttäuschend". Die Zeitung "The Guardian" zitierte ihn mit den Worten: "Sie mauern." Hayward sei offenbar mehr an seiner Millionen-Abfindung interessiert als an der Klärung der Frage, "ob das Unternehmen einen Handel "Blut gegen Öl" befürwortet hat".

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dpa

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