Wirtschaft
Fast 1800 Banken in Deutschland müssen sich zu Cum-Ex-Deals äußern.
Fast 1800 Banken in Deutschland müssen sich zu Cum-Ex-Deals äußern.(Foto: picture alliance / dpa)

Mögliche Steuerbetrügereien: Bafin befragt Banken zu Cum-Ex-Deals

Fast 1800 Banken in Deutschland werden von der deutschen Finanzaufsicht unter die Lupe genommen. Sie sollen sich zu ihren möglichen Verstrickungen in Steuerbetrügereien äußern. Es geht dabei um Cum-Ex-Geschäft. Eine Bank wurde bereits erwischt.

Dubiose Aktiengeschäfte zulasten des deutschen Fiskus rufen nun auch die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan. Die Behörde verlangt von fast 1800 Banken in Deutschland detailliert Auskunft darüber, inwiefern sie in den Steuerskandal um sogenannte Cum-Ex-Geschäfte verstrickt sind. Bis zum 3. März müssen die Institute dazu einen Fragebogen ausfüllen. Eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) bestätigte einen entsprechenden "Handelsblatt"-Bericht.

Bei den Deals wurden rund um den Dividendenstichtag eines Unternehmens Aktien mit (cum) und ohne (ex) Ausschüttungsanspruch rasch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Bescheinigungen über Kapitalertragsteuer ließen sich die Beteiligten mehrfach ausstellen - obwohl diese nur einmal gezahlt wurde. Der Gesamtschaden durch solche Geschäfte wird auf zwölf Milliarden Euro geschätzt, 2012 schloss der Staat das Steuerschlupfloch.

Auf den Plan gerufen hat die Bafin die Pleite der Maple Bank: Für das Frankfurter Institut mit kanadischen Wurzeln hatten "Cum-Ex"-Geschäfte dramatische Folgen. Im Raum stehen in diesem Fall Steuerrückforderungen von bis zu 450 Millionen Euro. Die Bafin schloss das Institut Anfang Februar wegen drohender Überschuldung, wenige Tage später wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen