Wirtschaft
Bafin-Chefin Elke König glaubt, dass Lebensversicherer trotz der niedrigens Zinsen ihre Leistungsversprechen halten können.
Bafin-Chefin Elke König glaubt, dass Lebensversicherer trotz der niedrigens Zinsen ihre Leistungsversprechen halten können.(Foto: picture alliance / dpa)

"Zinsversprechen erfüllbar": Bafin glaubt an Lebensversicherer

Immer mehr Experten bezweifeln, ob einige Lebensversicherer angesichts der Mini-Zinsen auf den Finanzmärkten ihre Garantieversprechen noch halten können. Bafin-Chefin Elke König hält das aber für ein Horrorszenario. Für die Zukunft ist Deutschlands oberste Finanzaufseherin allerdings skeptischer.

Die Präsidentin der Finanzaufsicht BaFin, Elke König, hat Zweifel an der Finanzkraft der deutschen Lebensversicherer zurückgewiesen. "Wir sehen die Versicherer ganz eindeutig nicht am Abgrund", sagte König der "Welt am Sonntag". "Die Lebensversicherer werden ihre Leistungsversprechen kurz- bis mittelfristig erfüllen können." Das hätten die Stresstests und Prognosen der BaFin bestätigt. "Bestimmte Horrorszenarien werden nicht dadurch richtiger, dass man sie ständig wiederholt."

Zuletzt hatten Experten immer wieder vor Finanzproblemen für die Versicherer gewarnt. Das niedrige Zinsniveau belastet die Unternehmen, die einen Großteil ihrer Kapitalanlagen in festverzinsliche Wertpapiere investieren. "Es ist unstrittig, dass eine lang anhaltende Politik des billigen Geldes die großen Kapitalsammelstellen wie die deutschen Lebensversicherer vor große Herausforderungen stellt", räumte König ein.

Darauf habe die Aufsicht aber bereits reagiert. Im vergangen Jahr habe die Assekuranz erstmals eine Zinszusatzreserve von 1,5 Mrd. Euro bilden müssen, um für die zu erwartenden Ertragseinbußen durch niedrige Zinsen vorzusorgen. "2012 dürfte die Zuführung zur Zinszusatzreserve mehr als fünf Mrd. Euro betragen, und auch für 2013 zeichnet sich nach jetzigem Stand ein substanzieller Betrag ab", sagte die BaFin-Chefin.

Spekulationen darüber, ob einzelne Versicherer schon bald die Zinsgarantien gegenüber ihren Kunden aufkündigen könnten, bezeichnete König als "großes Missverständnis". "Von den Garantien, die ein Versicherer seinen Kunden gegeben hat, kann er sich nicht verabschieden." Die Kürzung von garantierten Leistungen sei nur dann möglich, wenn dem Unternehmen ansonsten die Insolvenz drohe und auch die anderen Versicherer, beziehungsweise der Sicherungsfonds, das nicht auffangen könnten. "Die Kündigung der Garantien ist das allerletzte Mittel und steht keineswegs im Belieben der Unternehmen, wie manche Äußerungen der letzten Wochen suggerierten", sagte König.

Allerdings stellt sich der BaFin-Chefin zufolge die Frage, welche Produkte die Versicherer in Zukunft anbieten wollen. "Da gibt es berechtigte Zweifel, ob eine lebenslange Zinsgarantie für die Kunden unter heutigen Marktverhältnissen noch sinnvoll ist." Das ändere jedoch nichts daran, dass bestehende Verträge bedient werden müssen.

Quelle: n-tv.de

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