Wirtschaft
Der Investment-Banker Alexander Doll wird Logistik-Vorstand.
Der Investment-Banker Alexander Doll wird Logistik-Vorstand.(Foto: dpa)
Freitag, 10. November 2017

Im dritten Anlauf: Bahn-Vorstand ist wieder komplett

Zu groß sind die internen Widerstände: Zwei Mal wird die Benennung der neuen Top-Manager der Bahn bereits abgeblasen. Nun bringt eine Sondersitzung die Lösung - und eine Professorin und ein Barclays-Banker besetzen die vakanten Vorstandsposten.

Der Vorstand der Deutschen Bahn ist nach knapp acht Monaten wieder komplett. Der Aufsichtsrat des bundeseigenen Unternehmens besetzte zwei vakante Posten neu. Das Ressort Güterverkehr und Logistik wird künftig vom bisherigen Deutschlandchef der Bank Barclays, Alexander Doll, geleitet, wie die Bahn nach einer Sondersitzung des Kontrollgremiums mitteilte. Vorstand für Digitalisierung und Technik wird die Maschinenbau-Professorin Sabina Jeschke.

Der Banker Doll hat die Bahn nach Konzernangaben bei mehreren Projekten beraten und viele Transaktionen in Transport und Logistik verantwortet. Die Physikerin Jeschke kommt von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, wo sie zu Informatik und Digitalisierung in den Ingenieurwissenschaften forscht. Sie wechselt schon in wenigen Tagen zur Bahn.

Außerdem wurde ein Nachfolger für den scheidenden Personalvorstand Ulrich Weber ernannt: Im Januar übernimmt der heutige Personaldirektor der Deutschen Telekom, Martin Seiler, die Verantwortung für die weltweit rund 300.000 Bahn-Beschäftigten. Es war der dritte Anlauf, den Vorstand des Staatskonzerns um seinen Vorsitzenden Richard Lutz zu komplettieren.

Eigentlich sollte der Chef der Güterbahn-Tochter DB Cargo, Jürgen Wilder, in den Konzernvorstand aufrücken und das Ressort Güterverkehr und Logistik übernehmen. Er scheiterte aber am Widerstand der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. Wilder zog seine Bewerbung zurück und verließ das Unternehmen.

Kritik an Aufsichtsratchef

Die schwierige Suche nach Spitzenpersonal führte auch zu Kritik an Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht. Sie wurde zusätzlich erschwert durch den Regierungswechsel. Noch ist nicht klar, wer den Bund als Eigentümer der Bahn künftig im Aufsichtsrat vertreten wird.

Felcht forderte, die Chancen für Kunden und Mitarbeiter "mit neuem Schwung zu nutzen". Vorstandschef Lutz äußerte sich erfreut, dass das Führungsgremium nun komplett ist. "Gemeinsam werden wir uns dafür einsetzen, noch mehr Menschen und Güter auf die Schiene zu bekommen und die DB mit ihren nationalen und internationalen Aktivitäten in eine erfolgreiche Zukunft zu führen."

Quelle: n-tv.de

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