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Dauerbaustelle mit S-Bahn-Anschluss: Die Bahn will die Flughafenanbindung auch mit ICE und den neuen Regionalzügen vom Typ "Talent 2" bedienen.
Dauerbaustelle mit S-Bahn-Anschluss: Die Bahn will die Flughafenanbindung auch mit ICE und den neuen Regionalzügen vom Typ "Talent 2" bedienen.(Foto: picture alliance / dpa)

Gespensterbahnhof unter dem BER: Bahn erwägt Schadenersatzklage

Die Debakel rund um den Berliner Flughafen weitet sich aus: In der Brandschutzanlage gibt es offenbar mehr Mängel als bislang bekannt. Wenn sich die Befürchtungen bewahrheiten, steht der neue Eröffnungstermin schon wieder in Frage. Dazu kommt womöglich eine weitere millionenschwere Klage.

Einfahrt in den Tunnel: Unter dem neuen Terminal verbirgt sich eine ganze Menge Infrastruktur.
Einfahrt in den Tunnel: Unter dem neuen Terminal verbirgt sich eine ganze Menge Infrastruktur.(Foto: picture alliance / dpa)

Hinter der Fassade des weitläufigen Neubaus am künftigen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg verbergen sich offenbar deutlich größere Probleme als bislang bekannt. Die Brandschutzplaner haben nach Angaben des Betreibers schwere Mängel an den Sicherheitsanlagen festgestellt.

Die Firma habe "Abweichungen zwischen Brandschutzkonzept, Baugenehmigung und baulicher Realisierung des Flughafens" eingeräumt, teilte der Technik-Chef des Flughafenbetreibers, BER-Eröffnung wackelt erneut , mit. Die Stellungnahme des Planungsunternehmens habe ergeben, "dass noch nicht für alle offenen Punkte tragfähige Lösungen vorliegen". Er arbeite mit Experten an diesen Problemen. "Die weiteren Beratungen in den nächsten Tagen werden Klarheit bringen".

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Nach Informationen der "Bild"-Zeitung müssten möglicherweise große Teile des Terminals wieder aufgerissen werden. Beim Bau sei offenbar mehrfach gegen die Bauordnung verstoßen worden. Amann prüft dem Bericht zufolge mit Brandschutzgutachtern, Planern und Baufirmen, ob am 27. Oktober 2013 noch zu halten sei.

Lufthansa und Bahn denken nach

Daneben muss sich der Betreiber einem Medienbericht zufolge auch auf eine weitere Schadensersatzklage in Millionenhöhe einstellen. Im Zusammenhang mit der auf Oktober kommenden Jahres verschobenen Eröffnung bereite die Deutsche Bahn einen Gang vor Gericht vor, berichtete die "Bild am Sonntag". Das Unternehmen habe sich aber noch nicht endgültig entschieden.

Bei der für den 12. Dezember angesetzten Aufsichtsratssitzung wolle der Bahn-Vorstand über Zeitplan und Umfang etwaiger Forderungen informieren. Die Bahn hat eine Strecke zum unterirdischen Bahnhof des Flughafens gebaut. Ein Bahnsprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Solange der Flughafen nicht in Betrieb gehen kann, bleibt verständlicherweise auch der Bahnanschluss nutzlos.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Fluggesellschaft Air Berlin zieht vor Gericht eine eigene Klage in Millionenhöhe angekündigt. Dem Unternehmen seien durch die geplatzte Eröffnung erhebliche Schäden entstanden, hieß es zur Begründung. Bereits heute gehe es um geschätzte Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe. Auch bei der Deutschen Lufthansa will man sich juristische Schritte zur Begleichung der Verdienstausfälle und anderer Kosten im Zusammenhang mit dem Eröffnungsdebakel offenbar weiterhin vorbehalten.

Popp fordert Sondersitzung

Ursprünglich war die Eröffnung des Großflughafens für Juni 2012 geplant gewesen. Vor allem wegen Problemen mit dem Brandschutz wurde der Termin aber mehrmals verschoben, zuletzt auf Oktober 2013.

Die Chefin der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Ramona Popp, zeigte sich besorgt über die Entwicklung. Entscheidend für den Eröffnungstermin im Oktober 2013 sei gewesen, dass nun weitergebaut werden könne. Müssten aber erst große Teile des Flughafens zurückgebaut werden, wanke der Zeitplan. Sie forderte eine "umgehende Information der Fraktionen im Abgeordnetenhaus" sowie eine Sondersitzung des Aufsichtsrates.

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Quelle: n-tv.de

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