Wirtschaft
"Bereits zum Betriebsbeginn keine Probleme mehr": Nach der "Versöhnungsgeste" der GDL sollten die Züge vorerst wieder planmäßig fahren.
"Bereits zum Betriebsbeginn keine Probleme mehr": Nach der "Versöhnungsgeste" der GDL sollten die Züge vorerst wieder planmäßig fahren.(Foto: picture alliance / dpa)

Streik "jetzt erstmal nicht": Bahn fährt wieder nach Plan

Die neue Woche verspricht einen Hauch von Normalität im deutschen Bahnverkehr. Eine Lösung im Tarifstreit zwischen Bahn und GDL ist allerdings noch immer nicht in Sicht. Die Lokführer warten auf Verhandlungen - und halten die Streikkarte im Ärmel.

Die Personenzüge der Deutschen Bahn fahren nach dem vorzeitigen Abbruch des Lokführerstreiks wieder planmäßig. Im Fernverkehr werde der volle Fahrplan angeboten, teilte das Unternehmen am Morgen mit. Auch im Regional- und S-Bahnverkehr gebe es keine Probleme mehr.

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Anders sieht es beim Gütertransport aus: Die durch den Streik gestauten Züge müssten nach und nach in Bewegung gebracht werden. Die Gewerkschaft GDL hatte ihren Streik am Samstagabend beendet - nach 64 Stunden im Personenverkehr und 75 Stunden im Güterverkehr. Ursprünglich sollte der Lokführerstreik bis Montagmorgen andauern. Bahn und Gewerkschaft wollen nach dem Ausstand wieder miteinander reden.

An dem jüngsten Streik bei der Deutschen Bahn haben sich einem Medienbericht zufolge rund 6000 Mitglieder der Lokführergewerkschaft GDL beteiligt. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Angaben der Bahn berichtete, waren rund 5100 der streikenden Beschäftigten Lokführer und Rangierlokführer. Damit legte rund jeder dritte der 15.000 bei der GDL organisierten Lokführer die Arbeit nieder. Die GDL hat nach eigenen Angaben insgesamt rund 34.000 Mitglieder.

"Wir warten auf Verhandlungen"

Einen neuen Termin für Verhandlungen in dem Tarifkonflikt gibt es aber bislang nicht. "Wir diskutieren jetzt erstmal nicht über Streiks", sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Wochenende bei einem Termin am Leipziger Hauptbahnhof. "Wir warten auf Verhandlungen." Bahn-Chef Rüdiger Grube sagte der "Bild am Sonntag", das Unternehmen sei jederzeit zu Verhandlungen bereit. "Jeder Tag zählt."

Auch nach Streikende waren am Sonntag noch viele Züge verspätet oder fielen aus. Im Fernverkehr fuhren am Sonntag nach Angaben der Bahn auf den Hauptstrecken nur 60 Prozent der üblichen Züge. Wagen und Personal müssten erst wieder an ihren jeweiligen Einsatzort gelangen. Im Nah- und Regionalverkehr rollten im Schnitt rund 80 Prozent der normalen Verbindungen.

Knapp vor dem Mauerfall-Jubiläum

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte hatte am Freitag nach zwei Siegen vor Gericht gegen die Bahn überraschend eine "Versöhnungsgeste" angekündigt - in Form eines vorgezogenen Streikendes. Die Gewerkschaft fordert in dem Tarifkonflikt für die Beschäftigten mehr Geld sowie eine kürzere Arbeitszeit.

Vor allem aber tritt GDL-Chef Weselsky dafür ein, künftig neben den Lokführern auch das übrige Zugpersonal in Verhandlungen zu vertreten. Dafür ist bislang die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zuständig. Die Bahn dagegen will konkurrierende Tarifverträge einzelner Berufsgruppen verhindern.

Weselsky sagte in Leipzig, er sei bereit zu parallelen Verhandlungen der Bahn mit GDL und EVG zur gleichen Zeit und am gleichen Ort. Die GDL signalisierte, streikbereit zu bleiben.

Quelle: n-tv.de

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