Wirtschaft
In Sachen Infrastruktur gibt es bei der Bahn viel zu tun.
In Sachen Infrastruktur gibt es bei der Bahn viel zu tun.(Foto: picture alliance / dpa)

Gewinn schmilzt: Bahn kassiert Prognose

Die schwache Konjunktur macht der Bahn zu schaffen. Der Konzern wird deshalb in diesem Jahr wohl deutlich weniger Geld verdienen als bisher angenommen. Unterdessen wird hinter den Kulissen angeblich weiter ein Wechsel von Ex-Kanzleramtsminister Pofalla in den Vorstand vorbereitet.

Die Deutsche Bahn muss ihre internen Gewinn- und Umsatzerwartungen im laufenden Jahr offenbar deutlich nach unten korrigieren. Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" sieht die Budgetplanung für 2014 eine drastische Reduktion bisheriger Wachstumspläne vor. Demnach wird der zunächst auf 2,4 Milliarden Euro bezifferte angepeilte Gewinn vor Zinsen und Steuern um eine Milliarde Euro geringer ausfallen. Der Umsatz des Konzerns dürfte von 45,4 auf 41,5 Milliarden Euro sinken.

Eine Ursache für die kassierten Ziele sei die schwache europäische Konjunktur, die vor allem die Speditionstochter Schenker und die Schienennetz-Sparte treffe, hieß es weiter. Ein Teil der Belastungen habe sich auch durch zusätzliche Personalausgaben nach Engpässen in den Stellwerken im vergangenen Jahr ergeben. Ein Bahn-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Pofalla beschäftigt Große Koalition

Unterdessen loten dem "Focus" zufolge Union und SPD einen neuen Weg aus, um einen Wechsel von Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla in den Vorstand des bundeseigenen Konzerns zu ermöglichen. Demnach erwägt die Große Koalition angeblich einen Personaltausch. Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht könnte sich bei der Jahreshauptversammlung Ende März zurückziehen und Platz für einen SPD-nahen Nachfolger machen, hieß es. Wunschkandidat für den neuen Aufsichtsrats-Chefposten soll der Sozialdemokrat Achim Großmann sein. Im Gegenzug könnte Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube dann den Personalvorschlag Pofalla durchbringen.

Der 66-jährige Großmann war von 1998 bis 2009 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Er saß am Ende seiner Amtszeit ein Jahr für den Bund im Bahn-Aufsichtsrat. Der CDU-Politiker Pofalla solle im Sommer 2014 zunächst den niedriger dotierten Job des politischen Beauftragten von Georg Brunnhuber übernehmen, dessen Vertrag am 31. März endet, schreibt das Magazin. Darüber könne der Bahn-Vorstand ohne Zustimmung des Aufsichtsrates verfügen. 2016 könnte Pofalla dann für den DB-Vorstand nominiert werden, um dort im März 2017 neben dem Bereich Politik auch die Aufgaben für Compliance, Datenschutz und Recht zu übernehmen.

Zu den möglichen personellen Überlegungen wollte die Bahn ebenfalls keine Stellung nehmen. Anfang Januar hatte Regierungssprecher Steffen Seibert einen ähnlichen Bericht dementiert. Das Bundesverkehrsministerium teilte seinerzeit mit: "Aus unserer Sicht ist Herr Felcht der richtige Aufsichtsratsvorsitzende."

Damals waren die Wechselabsichten Pofallas publik geworden und auf scharfe Kritik gestoßen. Die schwarz-rote Koalition will den Zeitabstand bei einem Wechsel ausgeschiedener Bundesminister in die Wirtschaft nun per Gesetz regeln.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen