Wirtschaft
Die Konkurrenz durch Fernbusse macht der Deutschen Bahn weniger zu schaffen als befürchtet.
Die Konkurrenz durch Fernbusse macht der Deutschen Bahn weniger zu schaffen als befürchtet.(Foto: dpa)

Erster Verlust seit über 10 Jahren: Bahn trotz Ticketrekord tief im Minus

Die Konkurrenz durch Fernbusse macht der Deutschen Bahn weniger zu schaffen, als erwartet: Dank zahlreicher Sonderangebote konnte die Passagierzahl im Fernverkehr 2015 gesteigert werden. Trotzdem steht in der Bilanz unterm Strich ein dicker Verlust.

Die Deutsche Bahn sollte eigentlich allen Grund zur Freude haben: Im vergangenen Jahr unternahmen so viele Menschen wie noch nie Reisen in Fernzügen. Mehr als 130 Millionen Fahrten wurden unternommen, laut "Spiegel" sind das knapp drei Millionen Menschen mehr als 2014. Doch das Rekordergebnis hat eine Kehrseite, denn die Bahn erkaufte es sich vor allem durch Billigtickets. Low-Cost-Preise sind bei den Kunden beliebt, doch die geringere Marge hat Folgen für die Bilanz. Laut Aufsichtsratkreisen sei durch das Vorgehen alleine der Umsatz in der Fernverkehrssparte um zwei Prozent auf unter vier Milliarden Euro gesunken.

Konkurrenz zwingt Bahn zu Billig-Tickets

Doch viele Alternativen zu Schnäppchenpreisen hat die Bahn nicht, wenn sie mit der wachsenden Fernbuskonkurrenz mithalten will. Im vorigen Jahr hatte die Bahn daher nach eigenen Angaben rund viereinhalb Millionen 19-Euro-Fahrkarten verkauft. Und auch jetzt gerade werden wieder günstige Tickets angeboten. Zusätzlich macht der niedrige Spritpreis auch Reisen mit dem eigenen PKW für Kunden sehr attraktiv. Nicht hilfreich für das Geschäft der Bahn dürften auch der gefühlt nicht enden wollende Lokführerstreik im vergangenen Jahr sowie das Elbe-Hochwasser und die damit verbundenen längeren Fahrtzeiten und Zugausfälle gewesen sein.

Minus in der Bilanz schon lange befürchtet

Bereits im Dezember war bekannt geworden, dass die Deutsche Bahn trotz eines Rekordumsatzes von über 40 Milliarden Euro in die roten Zahlen rutsche. Grund dafür seien milliardenschwere Sonderabschreibungen, vor allem auf Käufe im Güterverkehr. Doch im Güterverkehr läuft es wirtschaftlich nicht rund und so kommen weitere Sonderaufwendungen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro hinzu. Das eigentlich gute Ergebnis aus dem normalen Bahn-Betrieb wird durch diese Summen fast vollständig aufgebraucht. Laut "Spiegel" liegt das Ergebnis vor vor Zinsen und Steuern bei minus 150 Millionen Euro.

Die Bahn wollte sich auf Anfrage von n-tv.de nicht äußern und verwies auf die Bilanzpressekonferenz am Mittwoch nächster Woche.

Quelle: n-tv.de

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