Wirtschaft
Scheitert die Schlichtung mit der Bahn, darf die GDL wieder streiken.
Scheitert die Schlichtung mit der Bahn, darf die GDL wieder streiken.(Foto: REUTERS)

Das Wichtigste zur Schlichtung: Bahn und GDL sprechen miteinander

Bahn und Lokführergewerkschaft GDL tun sich sehr schwer, ihre Tarifpositionen zueinander zu bringen. Nur drei Monate nach der ersten Verhandlungsrunde geht heute die Schlichtung los. n-tv.de erklärt, was die Parteien wollen.

Sechs Runden genügten in den Tarifverhandlungen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer mit der Deutschen Bahn nicht, um zu einer Verständigung zu gelangen. Dann reichte es der GDL, sie erklärte die Verhandlungen für gescheitert und rief die Schlichtung an. Die beiden Schlichter, Bodo Ramelow, Linken-Regierungschef von Thüringen, und Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck, sollen wie schon 2015 den Konflikt beilegen. Wenn sie scheitern, drohen neue Streiks im Schienenverkehr.

Worum geht es in dem Tarifkonflikt?

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Um Geld und Freizeit für das Zugpersonal. Das sind vor allem Lokführer und Zugbegleiter, insgesamt rund 35.000 Beschäftigte, für welche die GDL neben der größeren EVG verhandeln kann. Über mehr Geld sind sich die Seiten wohl schnell einig, schätzen Experten. Aber die Frage, wie die Ruhezeiten künftig geregelt werden, könnten zum Knackpunkt werden. Die GDL pocht auf mehr zusammenhängende freie Tage, festgelegt im Tarifvertrag. Die Bahn ist gegen eine zu starre Regelung – sie will eher flexible Lösungen in den Betrieben.

Welche Forderungen stellt die GDL?

Das Zugpersonal soll mit den anderen Beschäftigten gleichgestellt werden. Das heißt konkret: Nach fünf Arbeitstagen sollen zwei freie Tage folgen. Außerdem verlangt die GDL 4,0 Prozent mehr Gehalt.

Was bietet die Bahn an?

Bei den Ruhezeiten ist der Konzern schwammig: Das Unternehmen hat versichert, unzumutbare Belastungen für das Zugpersonal zu verringern. Es gebe "die verbindlichen Zusage, da wo es Probleme gibt, zum Beispiel in Ballungsräumen oder im Bordservice mit maßgeschneiderten Lösungen anzusetzen", sagte Personalvorstand Ulrich Weber. Beim Geld bot der Konzern zuletzt ein Plus von 1,5 Prozent ab April 2017 an und eine Einmalzahlung von 550 Euro.

Wie läuft das Schlichtungsverfahren ab?

Anders als 2015 gibt es diesmal ein geregeltes Verfahren. Die Schlichtungskommission mit den beiden Vorsitzenden Ramelow und Platzeck muss demnach spätestens drei Wochen nach dem ersten Sitzungstermin eine Einigungsempfehlung vorlegen. Am Ende des Verfahrens kann ein Tarifabschluss stehen. Bei Nichteinigung kann die GDL zu Streiks aufrufen. Vor dem Ende des Schlichtungsverfahrens ist ihr das nicht erlaubt.

Quelle: n-tv.de

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