Wirtschaft
Der modernisierte ICE-2-Zug: Anfang 2011 hat die Bahn ein Redesign für 44 ICE-2-Züge gestartet. Rund 100 Millionen Euro wurden unter anderem in Komfort und Technik investiert.
Der modernisierte ICE-2-Zug: Anfang 2011 hat die Bahn ein Redesign für 44 ICE-2-Züge gestartet. Rund 100 Millionen Euro wurden unter anderem in Komfort und Technik investiert.(Foto: picture alliance / dpa)

Neue "Vorständin" für Technik: Bahn verzeichnet Gewinneinbruch

Die ersten sechs Monate laufen schlecht für die Deutsche Bahn. Die "ordentliche Entwicklung" im Personenverkehr habe das schwache Logistik- und Gütergeschäft nicht wettmachen können, heißt es aus Aufsichtsratskreisen. Anfang der Woche will der Konzern mit einer Personalie überraschen.

Die Deutsche Bahn blickt auf ein mageres erstes Halbjahr zurück. Die  Konjunkturflaute drückte den operativen Gewinn im ersten Halbjahr um gut 20 Prozent auf rund 1,0 Mrd. Euro, wie Aufsichtsratskreise berichteten. In den ersten sechs Monaten 2012 waren es noch 1,3 Mrd. Euro. Zugleich wurde bekannt, dass erstmals eine Frau das Vorstandsressort Technik übernehmen soll.

Die namentlich nicht genannte Kandidatin werde Montag in Berlin vom Aufsichtsrat in einer Sondersitzung berufen, hieß es aus dem Umfeld des Kontrollgremiums. Die Bahn plant, das Ressort Infrastruktur und Technik wieder zu trennen, um den gewachsenen Aufgaben in beiden Feldern gerecht zu werden. Seit 2010 leitet der Elektrotechniker und Maschinenbauer Volker Kefer beide Aufgabengebiete.

Für das schwache Betriebsergebnis im ersten Halbjahr ist der Schienengüterverkehr und das internationale Logistikgeschäft mit Transporten per Lastwagen, Schiff und Flugzeug verantwortlich. Die Umsatzeinbußen dort hätte auch eine "ordentliche Entwicklung" im Personenverkehr nicht wettmachen können, hieß es. Das Hochwasser im Juni mit Umleitungen im Bahnverkehr habe auch im Personenverkehr Spuren hinterlassen.

So lag der Gesamtumsatz des Konzerns laut Aufsichtsratskreisen in den ersten sechs Monaten geringfügig unter den 19,5 Mrd. Euro des Vorjahreszeitraums. Steigende Personal- und Energiekosten hätten letztlich das Betriebsergebnis deutlich sinken lassen. Die offizielle Halbjahresbilanz wird kommenden Donnerstag erwartet.

Frau wird Technikvorstand

Die Neuordnung der Zuständigkeiten im Vorstand hatte Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht Mitte Juni damit begründet, dass Infrastrukturprojekte immer komplexer würden. Zugleich gebe es große technische Herausforderungen bei der Bahn wie die Zulassung und Lieferung neuer Züge.

Die neue Technikchefin wurde in einem wochenlangen Auswahlverfahren gefunden. Sie müsse sich in der Sitzung des Aufsichtsrats keinem Konkurrenten mehr stellen, hieß es. In den 30 Dax-Konzernen gibt es derzeit 14 weibliche Vorstandsmitglieder. Die meisten von ihnen tragen Verantwortung im Bereich Personal.

Quelle: n-tv.de

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