Erhöhung des Ökostrom-Anteils: Bahn wird grüner
Die Bahn feilt weiter an ihrem Öko-Image. Ab 2015 kommt mehr Fahrstrom aus Wasserkraft. Doch das Angebot an sauberem und zugleich stabil lieferbarem Strom wird knapper.
Die Deutsche Bahn als größter Stromverbraucher der Bundesrepublikverwendet von 2015 an deutlich mehr Energie aus Wasserkraft. Mit Eon wurde dazuein langfristiger Liefervertrag über 600 Gigawattstunden jährlich geschlossen, teiltedas bundeseigene Unternehmen mit. Das sind etwa 5 Prozent des Bahnstromverbrauchsim Inland. Der Ökostrom-Anteil werde damit von knapp 22 Prozent auf mehr als 26Prozent steigen. Bis 2020 sollen es 35 Prozent sein, 2050 will die Bahn ihren Bedarfnur noch aus erneuerbaren Energien decken.
"Wir gehen davon aus, dass die 35 Prozent aus dembestehenden Angebot zu erreichen sind", sagte Bahn-Technikvorstand Volker Kefer.Danach werde es schwieriger, weil das Angebot an stabilem Strom aus Wasserkraftendlich sei. Die Erzeugung von Wind- und Solarstrom weise Schwankungen auf, diein Zukunft nur mit großen Energiespeichern ausgeglichen werden könnten. Ziel desUnternehmens sei es, die hohe Versorgungssicherheit zu erhalten, die bislang beiüber 99,9 Prozent liege.
Die Bahn verbraucht für die Fahrten ihrer Personen- undGüterzüge in Deutschland pro Jahr etwa so viel Strom wie die gesamte Stadt Berlin.Eon werde den Ökostrom ab 2015 aus seinen Wasserkraftwerken an Main, Donau, Lech,Isar, Inn und am Edersee liefern, berichtete Kefer. Der Vertrag habe bei einer Laufzeitvon sechs Jahren ein Volumen von 250 Millionen Euro, könne aber um sieben Jahrebis 2028 verlängert werden.
MehrStrom aus Windkraft
Es ist der zweitgrößte Kontrakt über Ökostrom nach demim Juli geschlossenen Vertrag mit RWE, der von 2014 bis 2028 eine Lieferung von900 Gigawattstunden jährlich für insgesamt 1,3 Milliarden Euro vorsieht. Die Bahnwill nach Worten Kefers auch die Strommenge aus Windkraft erhöhen, die derzeit beirund 100 Gigawattstunden liegt.
Im vergangenen Jahr wurden31,8 Prozent des Bahnstroms aus Steinkohle erzeugt, 13,4 Prozent aus Braunkohle,22,3 Prozent aus Kernenergie, 9,0 Prozent aus Erdgas, 21,8 Prozent aus erneuerbarenEnergien und 1,7 Prozent aus sonstigen Quellen.
Quelle: n-tv.de

