Wirtschaft

Fernbusse billiger, aber langsamer: Bahnchef Grube verspricht stabile Preise

Reisende in Deutschland haben seit einigen Monaten eine größere Auswahl: Fernbus-Anbieter setzen der Bahn zu. Im Preiskampf kann sie kaum bestehen. Dennoch muss nun auch die Bahn mitziehen - und will zumindest zunächst nicht mehr für Tickets verlangen.

Rüdiger Grube nimmt den Zug - versteht sich von selbst.
Rüdiger Grube nimmt den Zug - versteht sich von selbst.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Deutsche Bahn will in den nächsten vier Jahren die Preise im Fernverkehr nicht oder nur kaum erhöhen. "Im Fernverkehr bleiben die Preise für die große Mehrheit unserer Kunden stabil", sagte Konzernchef Rüdiger Grube mit Blick auf den Fahrplanwechsel Mitte Dezember der "Bild"-Zeitung. Über genaue Details wolle das Unternehmen Ende September informieren.

Grube kündigte außerdem weitere Reformen an. "Wir wollen unser Buchungssystem vereinfachen: Zuschläge, zum Beispiel beim Sparpreis, gibt es nicht mehr", sagte Grube der "Bild". Ohnehin gelte, wer "beim Reisetag flexibel ist, bekommt den günstigsten Fahrpreis".

Grund für die stabilen Preise ist offenbar die wachsende Konkurrenz durch die Fernbusse, wie es heißt. Grube sagte, derzeit würden sich die Fernbus-Betreiber gegenseitig mit immer neuen Angeboten Konkurrenz machen. "Doch damit verdient keiner Geld", fügte der Bahnchef hinzu.

Derzeit macht ein Tarifkonflikt dem Unternehmen zu schaffen. Ab Anfang Oktober droht ein unbefristeter Streik. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL beschloss, ihre Mitglieder in einer Urabstimmung darüber abstimmen zu lassen. In der vergangenen Woche hatten die Lokführer bereits zweimal für mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt. Die GDL fordert von der Bahn fünf Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden.

Grube kündigte an, weiter verhandeln zu wollen. "doch erst einmal müssen sich die beiden Gewerkschaften GDL und EVG untereinander einigen, wer für welche Berufsgruppen Verhandlungen führt." In dem Tarifkonflikt mit der Bahn geht es auch um den Machtkampf zwischen GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Quelle: n-tv.de

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