Wirtschaft
Zinserhöhungen? Nicht so schnell, sagt die BoE.
Zinserhöhungen? Nicht so schnell, sagt die BoE.(Foto: picture alliance / dpa)

Rauf, gleich, runter?: Bank of England beendet Zinsspekulation

Die Geldpolitik der US-Notenbank bleibt trotz des Taperings locker, der Zins dauerhaft niedrig. Das unterstrich die neue Fed-Chefin Yellen jüngst. Aber auch in Großbritannien schauen die Notenbanker genauer hin, was jede Menge Stoff für die Gerüchteküche liefert.

Die Bank of England hat ihre Kopplung von Zinspolitik und Arbeitsmarkt aufgehoben und damit Spekulationen um eine baldige Zinserhöhung in Großbritannien zunächst beendet. Der neue Gouverneur der Notenbank, Mark Carney, hatte bei seinem Amtsantritt vor einem halben Jahr erklärt, die seit fünf Jahren auf einem Rekordtief von 0,5 Prozent verharrenden Leitzinsen könnten angehoben werden, sobald die Arbeitslosenquote auf unter sieben Prozent sinke. Nun kündigte Carney an, Zinssätze seien nicht länger an einzelne andere volkswirtschaftliche Richtgrößen gebunden.

Der Kanadier signalisierte nundass der Leitzins trotz der anziehenden Wirtschaft für längere Zeit niedrig bleiben werde. "Das Geldpolitik-Komitee wird nicht die wirtschaftliche Erholung riskieren", sagte Carney.

Fed vor dem gleichen Problem

Nun aber wächst die britische Wirtschaft schneller als gedacht und die Arbeitslosenrate sinkt rapide. Laut neuesten Statistiken fiel die Arbeitslosenquote zwischen September und November auf durchschnittlich 7,1 Prozent. Eigentlich müssten die Währungshüter nun also die Zinsen erhöhen, doch wegen der hohen Staats- und Privatschulden und der weiter wabernden Schuldenkrise schrecken sie davor zurück.

Die US-Notenbank steht vor einem ähnlichen Problem. Die Arbeitslosenquote ist stark gefallen, doch die neue Fed-Chefin Janet Yellen schätzt den US-Arbeitsmarkt weiter als zu schwach ein. Deshalb setzt Yellen den Kurs ihres Vorgängers Ben Bernanke fort und signalisiert den Märkten verbal, dass der Leitzins noch für längere Zeit nahe null bleiben wird.

In ihrem Inflationsbericht erhöhte die britische Notenbank ihre Wachstumsprognose für 2014 auf 3,4 von 2,8 Prozent. Bereits im Januar dürfte die durchschnittliche Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent erreicht worden sein. Gleichwohl sagte Carney, dass eine längere Phase der lockeren Geldpolitik nötig sei: "Für eine nachhaltige und ausgewogene Erholung braucht es voraussichtlich für einige Zeit ein außergewöhnlich niedriges Zinsniveau."

Quelle: n-tv.de

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