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Sal.-Oppenheim-Prozess: Bankchefs wegen Untreue verurteilt

Vier ehemalige Chefs des Bankhauses Sal. Oppenheim müssen sich für Untreue vor Gericht verantworten - doch nur für einen von ihnen bringt das Urteil eine Haftstrafe. Drei Manager kommen dagegen mit einer Bewährungsstrafe davon.

Im Strafprozess gegen die frühere Führung des Bankhauses Sal. Oppenheim sind die vier ehemaligen Chefs des Geldinstituts zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Sie hätten Untreue in zwei Fällen zulasten der einst größten europäischen Privatbank begangen, entschied das Kölner Landgericht nach mehr als zwei Jahren Verhandlungsdauer.

Sal. Oppenheim gehört seit 2010 zur Deutschen Bank.
Sal. Oppenheim gehört seit 2010 zur Deutschen Bank.(Foto: dpa)

Der für das Risikomanagement der Bank zuständige Friedrich Carl Janssen wurde zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt und soll als einziger ins Gefängnis. Der Sprecher der Bank, Matthias Graf von Krockow, und der für das Investmentgeschäft zuständige Dieter Pfundt wurden zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, Christopher von Oppenheim zu einem Jahr und elf Monaten. Alle drei Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Den damaligen Geschäftspartner der Ex-Bankführung, Josef Esch, verurteilte das Gericht wegen des fahrlässigen unerlaubten Betreibens von Bankgeschäften zu einer Geldstrafe von 495.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess um den Niedergang von Sal. Oppenheim für alle vier früheren Top-Banker eine Gefängnisstrafe, für Esch dagegen eine Geldstrafe gefordert.

Die Vorsitzende Richterin Sabine Grobecker sagte, das gesamte Verfahren sei ein "Kraftakt" gewesen. Im Mittelpunkt des Prozesses  standen ein umstrittenes Immobiliengeschäft der Bank in Frankfurt sowie dreistellige Millionenkredite an den damals schon angeschlagenen und inzwischen pleitegegangenen Arcandor-Konzern. Die von den Angeklagten zu verantwortenden Transaktionen sollen hohe Millionenschäden für das Geldinstitut verursacht haben.

Graf von Krockow und von Oppenheim hatten in einem der größten Wirtschaftsprozesse Geständnisse abgelegt, Reue gezeigt und um Milde gebeten. Die beiden anderen früher persönlich haftenden Gesellschafter hatten die Vorwürfe dagegen zurückgewiesen, sich als Randfiguren dargestellt und Freisprüche gefordert.

Sal. Oppenheim war in der Finanzkrise 2008 als Großaktionär des Arcandor-Konzerns mit in den Abwärtssog geraten und gehört seit Anfang 2010 in stark verkleinerter Form zur Deutschen Bank.

Quelle: n-tv.de

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