Freitag, 11. Dezember 2009
Internationale Spielregeln: Banken blicken nach Basel
Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht will kommenden Donnerstag neue Regeln für die Kapitalausstattung von Kreditinstituten vorlegen. Die Banken warten gespannt auf die Veröffentlichung der neuen Spielregeln.
Ehrwürdige Stadt am Rhein: In Basel entscheidet ein internationales Gremium über die künftigen Anforderungen an Banken.
(Foto: REUTERS)
Mit der Bekanntgabe der neuen Vorgaben präsentiert der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht erstmals konkrete Maßnahmen gegen die Finanzkrise. Im Kern geht es dabei vor allem um Mindestanforderungen für das Kernkapital von Banken, die Einführung einer Höchstgrenze für die Verschuldung sowie neue Anforderungen an die Liquiditätsausstattung der Geldhäuser. Ziel der Reformen ist es, die Banken widerstandsfähiger gegen zukünftige Krisen zu machen.
Nach Angaben aus Finanzkreisen steht ein entsprechender Kompromiss bereits seit dieser Woche. Wer jedoch konkrete Zahlen und Höchstgrenzen erwartet, dürfte enttäuscht werden. Bevor diese festgeklopft werden, wollen die im Baseler Ausschuss vertretenen Bankenaufseher und Notenbanken erst die Auswirkungen der künftigen Anforderungen auf die Branche testen.
Sie wollten deshalb im ersten Halbjahr 2010 eine Studie erstellen lassen, in der Folgen und Kosten der neuen Regeln überprüft werden sollen. Erst nach Auswertung der Ergebnisse, also wohl frühestens gegen Ende kommenden Jahres, sollen dann auch konkrete Quoten für Eigenkapital, Verschuldung und Liquidität festgelegt werden.
Wer entscheidet in Basel?
Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht ist ein internationales Gremium, in dem Vertreter nationaler Aufsichtsbehörden und Notenbanken der wichtigsten Industriestaaten zusammenkommen, um weltweit verbindliche Regeln festzulegen.
Im Komitee vertreten sind derzeit Aufseher und Zentralbanker aus Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Luxembourg, Mexico, den Niederlanden, Russland, Saudi Arabien, Schweden, Singapur, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweiz, Türkei und den Vereinigten Staaten. Den Vorsitz führt zur Zeit der Präsident der niederländischen Notenbank Nout Wellink.
rts
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