Wirtschaft

Krisengespenst noch präsentBanken nicht durch

15.03.2010, 20:03 Uhr

Trotz allmählichen Aufwärtstrends hat die deutsche Bankenbranche die Finanzkrise noch nicht vollständig hinter sich gelassen. Das Ende der Belastungen sei zwar in Sicht, sagt der Präsident des Dachverbandes BdB, Schmitz. Bei strukturierten Produkten gebe es aber noch Probleme.

Andreas-Schmitz
Andreas Schmitz erwartet für dieses Jahr weitere Milliardenabschreibungen. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Die deutsche Finanzbranche stellt sich auch in diesem Jahr auf Abschreibungen in Milliardenhöhe ein. Das Bankgeschäft 2010 werde kein Honigschlecken, warnte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Andreas Schmitz, in Berlin.

Die deutsche Kreditwirtschaft werde in diesem Jahr Abschreibungen in zweistelliger Milliardenhöhe zu verkraften haben, sagte Schmitz bei einer Veranstaltung des Dachverbandes. "Bei strukturierten Produkten sind wir noch nicht komplett durch, doch das Ende der Belastungen ist wohl in Sicht."

Wegen der Mitverantwortung an der Finanzkrise rief der BdB-Präsident die Branche auf, eine "Risikomoral" zu entwickeln. Dies sei im ureigenen Interesse der Banken. Denn im Unterschied zu anderen Branchen könne es Finanzdienstleistern nicht gleichgültig sein, wenn ein Wettbewerber zu hohe Risiken eingehe. Die Krise habe gezeigt, dass dies auch die eigene Existenz gefährden könne.

Gleichwohl sollte jetzt aber mit billiger Bankerschelte Schluss sein, forderte Schmitz. Hier sei alles von allen gesagt. "Besonders sollten wir aufhören, alle Banker über einen Kamm zu scheren und sie zu Feindbildern der öffentlichen Wahrnehmung zu machen." Der Verband vertritt die Interessen von rund 220 privaten Banken.

Quelle: wne/rts