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Wirtschaft

Donnerstag, 27. August 2009

Wege zu mehr Glaubwürdigkeit: Banken wollen Image stärken

Die Banken wollen ihre Glaubwürdigkeit stärken und treten mit enormen Selbstbewusstsein auf. Dennoch mahnen Verbraucherschützer die Anleger immer noch zur Vorsicht gegenüber den Banken.
Die Anleger sind weiter skeptisch - zu Recht, meinen Experten.

Die Anleger sind weiter skeptisch - zu Recht, meinen Experten.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Finanzkrise hat das Vertrauen der Verbraucher in die Bankenbranche schwer ramponiert. Jetzt soll der Wiederaufbau folgen. In Deutschlands Finanzzentrum Frankfurt am Main beraten in dieser Woche hochkarätige Bankenvertreter über Wege zu mehr Glaubwürdigkeit. Auf dem ersten Finanzmarketing-Gipfel ist die Rede von intensiveren Kundengesprächen und Produkten mit mehr Sicherheit. Aber die neuen gesetzlichen Anlegerrechte als ein Mittel zur Stärkung des Verbrauchervertrauens stehen in der Branche nach wie vor in der Kritik. Verbraucherschützer mahnen Anleger daher trotz Glaubwürdigkeitsoffensive der Banken zur Vorsicht.

Bei der Deutschen Bank scheint die Krise schon ein ganzes Stück weit verwunden. Der Geschäftsführer des Privat- und Geschäftskundensegments bei Deutschlands größtem Geldhaus, Frank Strauß, kann immerhin 500.000 neue Kunden für das erste Halbjahr 2009 vermelden. Sein Vortrag klingt wie ein Auszug aus einem Manager-Lehrbuch für schwierige Lagen. "Wir nutzen die Krise als Chance und richten uns darauf aus, den Erwartungen der Kunden zu entsprechen." Das Vertrauen der Anleger sei zwar in Teilen "schwer angeknackst". Aber die Branche müsse nach vorn blicken - und verstärkt das Gespräch mit den Kunden suchen.

Wie kann Vertrauen gewonnen werden?

"Noch Fragen?", heißt es nach Strauß' Vortrag. Keine Wortmeldung - wie nach einem Studienseminar, bei dem sich der Professor nicht im Klaren ist, ob der Stoff wirklich angekommen ist. Die Banker fremdeln mit dem Begriff "Vertrauen". Wie es gewonnen werden kann, bleibt in den Diskussionen weitgehend vage.

Die Banken kämpfen um Vertrauen.

Die Banken kämpfen um Vertrauen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Manche Banken glauben erst gar nicht, dass die Glaubwürdigkeit der Branche in der Krise gelitten haben könnte. 70 Prozent der Verbraucher hätten nach wie vor grundlegendes Vertrauen in ihre Bank, zitiert Lars Hille, Leiter des Privatkundengeschäfts der DZ Bank aus einer Umfrage der Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken. Bei den Genossenschaftskunden seien sogar 80 Prozent unerschüttert. Andere Studien aus den vergangenen Monaten aber belegen, dass das Vertrauen der Kunden sehr wohl angegriffen ist. Nur stehen diese auf dem Kongress nicht im Mittelpunkt.

Anlegerrechte unter Beschuss

Und so sehen die Bankenvertreter nur bedingt die Notwendigkeit, Kunden durch verbesserten Anlegerschutz mehr Sicherheit bei Bankgeschäften zu geben. Die erst kürzlich verabschiedeten erweiterten Anlegerrechte standen deshalb auf der Tagung auch unter Beschuss. Für zu aufwändig etwa halten es die Banker, dass sie künftig Beratungsgespräche protokollieren müssen. Es sei "ganz schlimm, wenn der Gesetzgeber die Anleger schützen will", sagt Michael Schramm, Gesellschafter der Privatbank Hauck & Aufhäuser. "Da kommt nur Unsinn dabei raus."

Äußerungen wie diese stoßen bei Verbraucherschützern auf Kopfschütteln. "Die Branche tritt nach wie vor mit einem beeindruckenden Selbstbewusstsein auf, obwohl sie letztlich vom Investmentbanker über den Vorstand bis zum Kundenberater im Zweifel mit zur Krise beigetragen haben", kritisiert Banken-Expertin Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Zwar rücke die Branche verstärkt das Vertrauen der Kunden in den Mittelpunkt ihrer Werbebemühungen. Jedoch sei in den vergangenen Monaten von den Banken "kein substanzieller Beitrag zur Stärkung des Anlegerschutzes" gekommen.

Ein kürzlich von der Bankenbranche vorgelegter Leitfaden solle den Instituten zwar dabei helfen, ihre Glaubwürdigkeit zu verbessern, sagt Mohn. Dabei handle es sich jedoch um "Selbstverständlichkeiten, die schon längst gelten sollten". So enthält der Leitfaden unter anderem den Hinweis, dass Banken bei der Beratung über Geldanlagen die "Bedürfnisse und die finanzielle Situation" der Anleger berücksichtigen sollen. Mit solchen Leitlinien, kritisiert Mohn, müssen Banken noch einen langen Weg gehen, bis sie ihr Image verbessert haben.

Martin Achter, AFP

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