Wirtschaft
Die Französin Danièle Nouy: Die 64-Jährige gilt als entschlossen und weltoffen. Insider munkeln, die Banken würde vor ihr "kuschen".
Die Französin Danièle Nouy: Die 64-Jährige gilt als entschlossen und weltoffen. Insider munkeln, die Banken würde vor ihr "kuschen".(Foto: picture alliance / dpa)

EZB bleibt misstrauisch: Bankenaufsicht kündigt neue Stresstests an

Die Chefin der Bankenaufsicht, Nouy, will Europas Banken im kommenden Jahr vorsorglich wieder auf Herz und Nieren prüfen. Überraschend positiv fällt im Vorfeld die Beurteilung der griechischen Banken aus.

Europas Großbanken müssen sich im kommenden Jahr einem neuen Stresstest unterziehen. Das kündigte die Chefin der europäischen Bankenaufsicht, Danièle Nouy, in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" an.

"Einen allgemeinen, öffentlichen Stresstest wird es kommendes Jahr wieder geben. Aber dies kann weniger als die 123 Banken betreffen, die wir direkt beaufsichtigen", sagte Nouy der Zeitung. Gleichzeitig gebe es ständig kleinere, gezielte Tests mit Blick auf bestimmte Risiken. "Immer wenn wir den Banken die Frage 'Was wäre, wenn...?' stellen, ist das eine Art Stresstest", sagte die oberste Bankaufseherin bei der Europäischen Zentralbank (EZB).

Griechen-Banken: "Solvent" und "liquide"

Die griechischen Banken haben laut Nouy ihre Hausaufgaben gemacht. Diese Institute seien sowohl solvent als auch liquide. "Die griechischen Aufseher haben in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet, um den Finanzsektor zu rekapitalisieren und zu restrukturieren", betonte sie. Schwierige Phasen habe es für Griechenlands Banken bereits in der Vergangenheit gegeben. "Aber nie zuvor waren sie so gut dafür gerüstet."

Im vergangenen Herbst waren beim Stresstest der EZB 25 von 130 untersuchten Instituten im Euroraum zum Stichtag 31. Dezember 2013 durchgefallen, darunter als einziges deutsches Haus die Münchener Hypothekenbank. Diese und elf weitere Geldhäuser hatten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Ergebnisse aber schon nachgebessert und ihre Risikopuffer gestärkt.

Die EZB verlangte von 13 Instituten Pläne, wie sie ihre Kapitallücken schließen wollen, um auch für wirtschaftlich schlechte Zeiten gewappnet zu sein. Für das Stopfen der Kapitallöcher gaben ihnen die Aufseher neun Monate Zeit. In Griechenland mussten die Eurobank und die National Bank of Greece nachbessern.

Quelle: n-tv.de

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