SoFFin: "Zu viele Köche"Bankenfonds unrealistisch
Ein europaweiter Notfallfonds für Banken ist nach Einschätzung des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) "wenig realistisch". Nach dem Prinzip "Zu viele Köche verderben den Brei" würde ein solcher Fonds wenig Aussichten auf Erfolg haben.
Christopher Pleister, Mitglied des Leitungsausschusses, Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung, sieht die Einrichtung eines europaweiten Notfallfonds kritisch. "Wir müssen sehen, dass einzelne Staaten in Europa bereits ihre eigenen Einlagensicherungssysteme haben", sagte er am Rande der Euro Finance Week in Frankfurt zu Dow Jones Newswires.
Der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Bank, Josef Ackermann, hatte bei einer Rede zur Eröffnung der Finance Week einen Fonds ins Gespräch gebracht, aus dem Banken im Notfall rekapitalisiert oder für eine geordnete Abwicklung gestützt werden könnten. "Mitternächtliche Rettungsaktionen" mit all ihren Problemen könnten auf diese Weise vermieden werden, erklärte Ackermann. Der Bank-Manager wiederholte damit einen gleich lautenden Vorschlag des Sachverständigenrates.
Eine Lastenteilung zwischen Finanzindustrie und der öffentlichen Hand ließe sich besser erreichen, wenn der Fonds von beiden gespeist würde, sagte der Bank-Manager. "Nicht zuletzt könnte solch ein Fonds ein wesentlicher Baustein zur Lösung des ewigen Problems der innereuropäischen Lastenteilung sein."
Pleister steht mit seiner kritischen Haltung nicht allein da. Sowohl Banken-Vertreter als auch Politiker hatten sich in einer ersten Reaktion ablehnend geäußert. Auch er habe sich über den Vorschlag "gewundert", sagte Pleister.