Wirtschaft

Dutzende Geldinstitute im Fokus: Bankenregulierer EBA startet Stresstest

Stehen die Banken eine schwere Krise durch? Dieser Frage gehen die europäischen Bankenaufseher erneut nach. Im dritten Quartal sollen die Ergebnisse vorgestellt werden. Die EZB will ihrerseits 60 Banken durchleuchten.

Der EZB-Neubau hebt sich im Frankfurter Ostend vor den Hochhäusern der Bankenstadt ab.
Der EZB-Neubau hebt sich im Frankfurter Ostend vor den Hochhäusern der Bankenstadt ab.(Foto: picture alliance / dpa)

Die europäischen Bankenaufseher prüfen Geldhäuser erneut in einem Stresstest auf Herz und Nieren. Sie untersuchen bei 51 Banken aus 15 Ländern, ob ihre Geschäfte stabil genug sind, eine schwere Krise zu überstehen, wie die Regulierungsbehörde EBA mitteilte.

37 der Geldhäuser kommen aus dem Euro-Raum, darunter nach früheren Angaben auch die zehn größten deutschen Institute. Die geprüften Geldhäuser stehen für annähernd 70 Prozent der Bilanzsumme im Bankensektor der Europäischen Union. Die Ergebnisse will die EBA Anfang des dritten Quartal veröffentlichen.

In einem Krisenszenario wird unter anderem angenommen, dass die Wirtschaft in der EU um 1,2 Prozent in diesem Jahr schrumpft - 2017 sogar um 1,3 Prozent. Danach wird für 2018 ein leichtes Wachstum von 0,7 Prozent angenommen. In dem Szenario soll laut EBA auf die aktuell größten Risiken für die Stabilität des Bankensektors geachtet werden. Dazu zählen die Regulierer schwache Gewinne, illiquide Märkte, steigende Finanzierungskosten und die Konkurrenz durch sogenannte Schattenbanken.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will unterdessen in diesem Jahr ebenfalls rund 60 Institute aus dem Währungsraum einem Belastungscheck unterziehen. Anders als die EBA will die EZB ihre Ergebnisse nicht veröffentlichen. Die EZB ist seit Herbst 2014 für die direkte Aufsicht über die größten Banken im Euro-Raum zuständig. Inzwischen kontrolliert sie 129 Institute direkt.

Im Vergleich zum letzten großen Stresstest 2014 ist der Aufwand diesmal deutlich geringer: Damals wurden noch 130 europäische Banken unter die Lupe genommen, davon allein 24 aus Deutschland. Zudem gibt es nun keine einheitliche Mindesthürde, die alle Banken erfüllen müssen - damit kann formal auch kein Institut "durchfallen".

Quelle: n-tv.de

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