Wirtschaft
Der "Bau-Boom" ist bei den Arbeitern noch nicht angekommen, so die IG Bau.
Der "Bau-Boom" ist bei den Arbeitern noch nicht angekommen, so die IG Bau.(Foto: picture alliance / dpa)

"Taschenspielertricks" durchschaut: Bau-Tarifrunde mauert sich in den Mai

Zwei Tage dauern die Gespräche im Tarifstreit der Baubranche, doch eine Annäherung bleibt aus. In den Verhandlungen geht es nicht nur um den Monatslohn, sondern auch um die Altersvorsorge.

Die dritte Tarifrunde für die rund 760.000 Beschäftigten am Bau ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Man werde am 5. Mai in Frankfurt weiter verhandeln, teilten beide Seiten nach Gesprächen mit. Die Gewerkschaft IG Bau bezeichnete das Angebot der Arbeitgeber als völlig unzureichend.

"Das ist eine Provokation", sagte Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. Die Arbeitgeber hatten Lohnerhöhungen in zwei Stufen von je zwei Prozent mit einer Laufzeit von 30 Monaten sowie höhere Fahrt- und Übernachtungskosten in Aussicht gestellt. Die Gewerkschaft fordert ein Gesamtpaket von sieben Prozent. Es geht um mehr Lohn, höhere Fahrt- und Übernachtungskosten sowie eine Rentenbeihilfe für die Beschäftigten im Osten.

Noch weit auseinander

IG Bau-Vize-Chef Schäfers kritisierte, die Offerte der Arbeitgeber gleiche nicht einmal die Inflation aus - "von einer verdienten Beteiligung der Beschäftigten am Bau-Boom ganz zu schweigen". Es müsse nachgebessert werden. "Auf den Taschenspielertrick, dies als eine Erhöhung von zwei Mal zwei Prozent schön zu rechnen, fällt keiner herein." Die Arbeitgeber bieten eine Laufzeit bis Ende Oktober 2016 an.

In einer ersten Stufe sollen die Löhne zum Mai 2014 um zwei Prozent steigen und in gleicher Höhe noch mal zum September 2015. Arbeitgeber-Verhandlungsführer Andreas Schmieg betonte, diese Offerte trage "den großen baukonjunkturellen Unterschieden zwischen einzelnen Bausparten und Regionen Rechnung".

Zudem boten die Arbeitgeber an, die Fahrtkosten für Bauarbeiter auf 40 von 30 Cent pro Kilometer zu erhöhen und Übernachtungskosten komplett zu übernehmen, wenn Beschäftigte auswärts arbeiten. Ein Knackpunkt der Verhandlungen bleibt die Einführung einer bundesweiten Tarifrente, wie beide Seiten einräumten.

Quelle: n-tv.de

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