Wirtschaft
Nicht nur Flüchtlinge brauchen dringend neue Wohnungen.
Nicht nur Flüchtlinge brauchen dringend neue Wohnungen.(Foto: picture alliance / dpa)

Wohnungen und Infrastruktur: Baubranche prophezeit Aufschwung

400.000 neue Wohnungen pro Jahr braucht Deutschland. Das macht der Baubranche Hoffnung auf ein kräftiges Wachstum. Damit diese Zahl in den kommenden Jahren erreicht wird, muss aber die Politik kräftig helfen.

Angesichts der starken Nachfrage nach Wohnungen erwartet die deutsche Bauwirtschaft in diesem Jahr deutlich bessere Geschäfte. Der Umsatz werde um drei Prozent auf 103 Milliarden Euro zulegen, erklärten der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe.

"Wir blicken zuversichtlich auf 2016", sagte HDB-Präsident Thomas Bauer. "Spürbare Impulse sind im Wohnungsbau und im öffentlichen Bau zu erwarten." Den stärksten Zuwachs erwartet die Branche im Wohnungsbau. Hier soll der Umsatz um fünf Prozent auf gut 38 Milliarden Euro anziehen und damit mehr als doppelt so stark wie im vergangenen Jahr.

Etwa 290.000 Wohnungen sollen 2015 neu gebaut werden, was 80 Prozent mehr wären als 2010. Gerade in gefragten Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg und München bleibe preiswerter Wohnraum aber knapp. "Die anhaltende Binnenwanderung sowie die steigende Zahl an Flüchtlingen macht die Fertigstellung von jährlich mehr als 400.000 Wohnungen erforderlich", sagte Bauer.

Die Spitzenverbände fordern deshalb ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um den Neubau anzukurbeln. Die Verdoppelung der Fördermittel des Bundes für den sozialen Wohnungsbau für die Jahre 2016 bis 2018 auf jeweils eine Milliarde Euro sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Notwendig sei aber auch eine bessere steuerliche Förderung. "Aufgrund der fortdauernden Technisierung der Gebäude überwiegt der Anteil von Bauteilen mit einer Nutzungsdauer von deutlich unter 50 Jahren", sagte Bauer.

"Eine generelle Erhöhung der Abschreibung im Mietwohnungsneubau ist daher ein notwendiger Schritt, um mehr Mietwohnungen auf den Markt zu bringen, die mit mittleren Einkommen bezahlbar sind."

Merkliche Zuwächse erwarten die Verbände auch im öffentlichen Bau, da vor allem der Bund deutlich mehr in Straßen, Schienen und Wasserwege investieren will. Hier wird eine Umsatzsteigerung um vier Prozent auf mehr als 29 Milliarden Euro erwartet.

Dagegen wird im Wirtschaftsbau eine Stagnation auf dem Vorjahresniveau von knapp 36 Milliarden Euro prognostiziert. Viele Unternehmen halten sich wegen der ungewissen Perspektiven auf wichtigen Absatzmärkten wie China mit Investitionen zurück.

Quelle: n-tv.de

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