Wirtschaft
Max-Bahr-Filiale in Köln.
Max-Bahr-Filiale in Köln.(Foto: dpa)

Zerschlagung von Max Bahr läuft: 24 Märkte gehen an Bauhaus

Nach der gescheiterten Rettung verschwindet der Firmenname Max Bahr . Nun geht es um den Verkauf der Baumärkte. Zwei Dutzend will der Rivale Bauhaus übernehmen. Mehr als 1000 Beschäftigte können aufatmen. Derweil ist der Ausverkauf angelaufen.

Nach dem Scheitern der Rettungsbemühungen für die insolvente Baumarktkette Max Bahr hat die Aufteilung der Immobilien unter den Rivalen begonnen. Der Bauhaus-Konzern aus Mannheim teilte mit, er übernehme 24 Märkte. Dadurch sollten 1300 Arbeitsplätze gesichert werden. Die betreffenden Filialen befänden sich unter anderem in Hamburg, Berlin, Bremen, Cottbus, Gera, Kiel, Karlsruhe, Koblenz, Augsburg, Mainz und Nürnberg,

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In der Nacht zu Mittwoch war der Verkauf von 58 Märkten an der Handelskonzern Globus aus dem Saarland gescheitert, weil eine Einigung mit der Royal Bank of Scotland über die Mietpreise nicht zustande kam. Für 3600 Mitarbeiter war damit die letzte Hoffnung auf den Erhalt ihrer Arbeitsplätze bei Max Bahr zerstoben.

Die übrig gebliebenen Mitarbeiter müssen nun hoffen, dass auch in ihre Immobilien andere Baumarkt-Betreiber einziehen und das Personal wenigstens zum Teil übernehmen. Eine Lösung für die ersten zwei Dutzend Märkte hatte sich bereits am Mittwoch abgezeichnet, als Insidern zufolge in Frankfurt ein Termin beim Notar angesetzt wurde. Die Royal Bank of Scotland hat die Hand auf 66 Max-Bahr-Immobilien. Am Donnerstag begann der Ausverkauf in allen 73 Märkten der Marke mit dem gelb-blauen Logo. Die Mitarbeiter sollten Kündigungen erhalten.

RBS spricht von Meilenstein

Die Märkte werden von dem Hamburger Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann verwaltet, der den Immobilienfonds Moor Park abwickelt. Größter Gläubiger von Moor Park ist die RBS. Der Abschluss mit Bauhaus sei ein erster Meileinstein für den erstrebten Erhalt eines großen Teils der Arbeitsplätze. Die Gespräche mit Interessenten für weitere Standorte würde fortgesetzt, ließ Brinkmann mitteilen.

RBS-Deutschland-Chef Joachim von Schorlemer kündigte weitere Abschlüsse an. "Der Erhalt der Arbeitsplätze spielt eine wichtige Rolle für uns und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir für weitere Standorte Käufer finden werden", erklärte er. Die Bank war nach dem Scheitern in die Kritik geraten, nachdem Verhandlungen zunächst mit dem Konsortium um den Dortmunder Baumarktkonzern Hellweg und den ehemaligen Max-Bahr-Chef Dirk Möhrle und später auch mit Globus scheiterten.

Der Praktiker-Konzern mit etwa 15.000 Beschäftigten hatte am 11. Juli Insolvenz angemeldet. Zunächst waren nur die Baumärkte der Marken Praktiker und Extra Bau+Hobby betroffen. Kurz danach wurde auch für die Märkte der Marke Max Bahr ein Insolvenzverfahren beantragt. Für die Filialen der Marke Praktiker selbst bedeutete  die Insolvenz in der Zwischenzeit bereits das Aus.

Quelle: n-tv.de

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