Wirtschaft
Bayer-Stammwerk in Leverkusen.
Bayer-Stammwerk in Leverkusen.(Foto: picture-alliance / dpa)

Milliarden für Kooperationspartner: Bayer bietet für Algeta

In der Pharmabranche bahnt sich ein Milliardendeal an. Bayer will für den norwegischen Konzern eine Milliardensumme hinblättern. Beide Unternehmen arbeiten bereits länger zusammen.

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer steht vor einem milliardenschweren Zukauf in Norwegen. "Wir haben ein vorläufiges Angebot für Algeta abgegeben", sagte ein Konzernsprecher.

Algeta hatte zuvor mitgeteilt, eine Übernahmeofferte von seinem Leverkusener Kooperationspartner erhalten zu haben. Bayer biete demnach 336 Kronen (umgerechnet rund 40 Euro) je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 27 Prozent auf den Algeta-Schlusskurs vom Montagabend. Die Transaktion hätte damit ein Volumen von knapp 1,8 Milliarden Euro. Es sei aber nicht sicher, dass das Angebot auch zu einer Übernahme führen werde, erklärte Algeta.

Algeta arbeitet mit Bayer schon seit längerem bei dem Krebsmittel Xofigo zusammen. Das Präparat zählt zu den fünf wichtigsten neuen Arzneien von Bayer. Konzernchef Marijn Dekkers traut Xofigo - alle Therapiefelder zusammengenommen - mehr als eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu. Xofigo gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt gegen Krebszellen in den Knochen wirken. Erst unlängst wurde die Arznei in Europa zur Behandlung von Prostatakrebs-Patienten mit Knochenmetastasen zugelassen. In den USA ist Xofigo bereits auf dem Markt.

Strategisch passt es

Beobachter werteten den Übernahmeversuch als positiv für Bayer. "Das ist nur eine mittelgroße Übernahme, die leicht zu stemmen sein sollte", sagte ein Händler. "Vor allem weckt das Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro keine Angst vor einer Kapitalerhöhung - das ist das Wichtigste".

Strategisch passe Algeta gut zu Bayer, da beide Firmen bereits seit Jahren zusammenarbeiteten. Zudem sei die Sparte der Anti-Krebsmittel ein Wachstumsmarkt, was den Aufschlag auf die Aktie rechtfertige. "Es deutet sich zudem an, dass das Ganze von langer Hand geplant worden ist", ergänzt ein anderer Händler.

Quelle: n-tv.de

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