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Gewinn steigt, Umsatz auch: Bayer enttäuscht Erwartungen

Die Agrarchemie und das Geschäft mit neuen Medikamenten schieben den Gewinn von Bayer zum Jahresstart an. Der Vorstand hält vor diesem Hintergrund an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Der Aktienkurs gibt dennoch nach, denn Analysten hatten mit besseren Zahlen gerechnet.

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist mit einem Umsatz- und Gewinnplus in das Jahr gestartet. Dabei profitierte das Leverkusener Unternehmen von guten Geschäften seiner Gesundheits- und  Agrarsparte, während das Kunststoffgeschäft einen leichten Rückgang verzeichnete.

Der Nettogewinn erhöhte sich um 11,5 Prozent auf knapp 1,2 Mrd. Euro. Vor einem Jahr hatten Sonderlasten den Konzern belastet. Die operative Kennziffer - das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 0,4 Prozent auf 2,45 Mrd. Euro. Das Unternehmen, das dieses Jahr sein 150-jähriges Firmenjubiläum feiert, setzte von Januar bis März 10,27 Mrd. Euro um - ein Plus von 2,1 Prozent. Analysten hatten durch die Bank mehr erwartet.

Bayer bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr.
Bayer bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr.(Foto: picture alliance / dpa)

Mitverantwortlich waren neue Produkte wie der Gerinnungshemmer Xarelto, das Augenmittel Eylea oder das Krebsmedikament Stivarga, die zusammen einen Umsatz von 244 Millionen Euro erzielten. Auch die Agrarsparte setzte ihre gute Entwicklung weiter fort, obwohl sich wegen des langen Winters in Europa der Saisonbeginn der Landwirtschaft verzögerte. CropScience wuchs um 5,9 Prozent.

Schwächer zeigte sich das Kunststoffgeschäft MaterialScience, das unter Kostendruck litt. Deutlich gestiegene Rohstoffpreise, gesunkene Absatzmengen sowie hohe Wartungsstillstandskosten in Nordamerika belasteten das Geschäft.

Konzernchef gibt sich zuversichtlich

Trotz des konjunkturellen Gegenwinds bekräftigte Bayer den Ausblick für 2013. Der Konzern setzt dabei auf die erfolgreiche Vermarktung der neuen Pharmaprodukte und weiterhin gute Geschäfte in der Agrarsparte. Währungs- und portfoliobereinigt soll der Umsatz in diesem Jahr um 4 bis 5 Prozent auf etwa 41 Mrd. Euro zunehmen. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen wird ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich angepeilt. "Insgesamt sehen wir für das Geschäftsjahr 2013 weiterhin eine attraktive Perspektive", sagte Konzernchef Marijn Dekkers.

Börsianer äußerten sich eher enttäuscht, die Aktie verlor 1,2 Prozent. "Vor allem das EBITDA liegt unter den Erwartungen", sagte ein Händler. "Bayer bleibt mit den Zahlen zum ersten Quartal über jede Position hinweg leicht hinter den Erwartungen zurück", so Analyst Marco Günther von der Hamburger Sparkasse. Zwar sei der Ausblick für das Jahr 2013 bestätigt worden, dennoch laufe das konjunktursensitive Kunststoffgeschäft deutlich schlechter als erwartet. Allerdings habe Bayer in den anderen Bereichen die Schätzungen zumindest getroffen. Dennoch: "Die Reaktion der Investoren dürfte nach diesen Zahlen eher abwärts gerichtet sein."

Die Erwartungen seien im Vorfeld zu hoch gewesen, sagte Günther. Während der Bayer-Vorstand an der Gesamtprognose für das Jahr festhält, ist der Analyst skeptisch. "Nach den Ifo-Zahlen am Mittwoch glaube ich nicht mehr wirklich an einen konjunkturellen Schub im zweiten Quartal."

Quelle: n-tv.de

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