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Pharmaforschung ist aufwändig und teuer: Bayer und Orion hoffen auf einen Erfolg in Phase III der klinischen Tests.
Pharmaforschung ist aufwändig und teuer: Bayer und Orion hoffen auf einen Erfolg in Phase III der klinischen Tests.(Foto: picture alliance / dpa)

Pillen gegen Prostatakrebs: Bayer forscht in Finnland

Der Kampf gegen Krebs eröffnet Pharmaunternehmen einen lukrativen Massenmarkt. Wenn die Präparate die klinischen Tests bestehen, können die Hersteller mit jahrelang stabilen Umsätzen rechnen. Der Dax-Konzern Bayer wagt einen neuen Vorstoß.

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will gemeinsam mit dem finnischen Pharmaunternehmen Orion eine Tablette gegen Prostatakrebs entwickeln. Noch in diesem Jahr solle eine gemeinsame klinische Phase-III-Studie begonnen werden, teilte Bayer zu Wochenbeginn mit.

Bayer werde den größten Teil der Kosten der künftigen Entwicklungen tragen. Orion erhalte 50 Millionen Euro sowie weitere Zahlungen, falls bestimmte Meilensteine erreicht werden. Darüber hinaus seien umsatzabhängige Lizenzgebühren im zweistelligen Bereich vereinbart worden.

Die Partner wollen ein Medikament auf den Markt bringen mit dem Patienten behandelt werden können, die auf die Standardbehandlung nicht ansprechen. In einer sogenannten Phase-III-Studie sollen Wirksamkeit und Verträglichkeit des Entwicklungskandidaten ODM-201 bei Patienten, bei denen der Krebs noch keine Metastasen gebildet hat, geprüft werden.

Die Ärzte entscheiden

Vor einer Marktzulassung müssen neue Medikamente drei große klinische Testphasen bestehen. Sollte die Entwicklung erfolgreich sein, darf Bayer das Medikament weltweit vermarkten. Im Fall eines Erfolgs winken jahrelange stabile Umsätze und hohe Gewinne, mit denen die hohen Forschungsausgaben wieder hereingeholt werden können. Orion erhalte die Option zur Mitvermarktung in Europa, hieß es.

Mit dem Mittel "Xofigo" hat Bayer bereits ein Medikament gegen Prostatakrebs im Angebot. Dieses wird bei Patienten eingesetzt, bei denen sich Knochenmetastasen gebildet haben. Xofigo gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt gegen Krebszellen in den Knochen wirken. Bei der Entwicklung arbeitete Bayer mit dem norwegischen Pharmaunternehmen Algeta zusammen - Anfang dieses Jahres übernahm Bayer dann den Krebsspezialisten für insgesamt 2,1 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de

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