Firmenfusion in Zukunftsbranche 3D-Drucker-Hersteller zielen auf Privatkäufer

In der Branche der 3D-Drucker geht es derzeit heiß her. Einen Beweis dafür liefert die Entscheidung des etablierten Herstellers Stratasys, den Neuling Makerbot für rund 400 Millionen Dollar zu übernehmen. Nach dem Geschäft mit Industriekunden zielt Stratasys damit jetzt vor allem auf private Nutzer der faszinierenden Technik ab.
In der zukunftsträchtigen Branche der 3D-Drucker tut sich etwas. Der Hersteller Stratasys schluckt für mehrere hundert Millionen Dollar den Wettbewerber Makerbot. Dieser ist für seine vergleichsweise erschwinglichen und einfach zu bedienenden 3D-Drucker bekannt, die auf den Schreibtisch passen. Das Einsteigermodell "Replicator 2" gibt es ab 2200 Dollar (1640 Euro). Binnen neun Monaten verkauften sich 11.000 Exemplare dieses Modells. Mit der Übernahme geht auch die Konzentration in der jungen Branche weiter voran: Stratasys war bereits im vergangenen Jahr mit der israelischen Firma Objet fusioniert.
Der Zusammenschluss werde es Makerbot ermöglichen, "noch mehr Leute zu erreichen", sagte Mitgründer und Firmenchef Bre Pettis am Mittwoch. Der 3D-Druck-Technologie wird eine große Zukunft vorhergesagt. Bisher kamen die Maschinen, die Gegenstände aus kleinen Plastik-Partikeln entstehen lassen, vor allem beim Modellieren in der Automobil-, Luftfahrt- und Medizinindustrie zum Einsatz. Hier hat auch das bereits 1989 gegründete Stratasys seine Kunden. Doch viele Experten rechnen damit, dass der 3D-Druck sich in absehbarer Zeit auch im Privatbereich durchsetzen wird, da sich auch alltägliche Gebrauchsgegenstände mit den Geräten fertigen lassen. Noch ist dieses Geschäft verhältnismäßig klein: Makerbot verkaufte bisher gut 22.000 seiner 3D-Drucker.
Das Interessante an Makerbot ist aber auch das sogenannte "Thingiverse", eine Online-Plattform, auf der Nutzer ihre digitalen 3D-Baupläne austauschen können. Bisher existieren bereits über 25.000 Baupläne, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Außerdem griffen bereits einige Industrie-Schwergewichte wie Ford auf Geräte des Unternehmens zurück.
Makerbot legt rasantes Wachstum hin
Wenn die Kartellbehörden grünes Licht geben, soll die Übernahme im dritten Quartal abgeschlossen sein. Makerbot werde als eigenständige Tochterfirma des amerikanisch-israelischen Konzerns weitergeführt, hieß es. Pettis bleibt an der Spitze des erst 2009 gegründeten Unternehmens. Er und seine Partner kassieren auch kein Bares von Stratasys, sondern bekommen Aktien des Unternehmens im heutigen Wert von 403 Millionen Dollar. Wenn sich die Übernahme als Erfolg herausstellen sollte, winkt ein Nachschlag über 201 Millionen Dollar in heutigen Aktienkursen.
Das sind stattliche Summen gemessen am bisherigen Geschäft von Makerbot: Im ersten Quartal machte das Unternehmen laut jetzt veröffentlichten Zahlen 11,5 Millionen Dollar Umsatz, nach 15,7 Millionen im gesamten vergangenen Jahr. Erste Übernahmegerüchte um Makerbot waren vor rund zwei Wochen aufgetaucht. Das New Yorker Start-Up sei gerade dabei gewesen, über frisches Geld von Investoren zu einer Firmen-Bewertung von 300 Millionen Dollar zu verhandeln, schrieb das "Wall Street Journal".
Im unten stehenden Video wird der neue "Replicator 2" von Firmenchef Bre Pettis vorgestellt.