Wirtschaft
Bei VW ist Zusammenrücken angesagt.
Bei VW ist Zusammenrücken angesagt.(Foto: REUTERS)

Auftritt von Porsche und Osterloh : Bei VW demonstriert man Einigkeit

Gemeinsam wollen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Volkswagen aus der Krise führen. Aufsichtsratsmitglied Porsche und Betriebsratschef Osterloh treten gemeinsam auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg auf. Beide loben Vorstandschef Müller.

Volkswagen-Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Porsche und der Betriebsratschef des Autokonzerns, Bernd Osterloh, haben ihre Einigkeit demonstriert: Vor VW-Mitarbeitern in Wolfsburg lobten beide angesichts des Abgasskandals die Zusammenarbeit von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern.

"In einer so schwierigen Situation müssen alle zusammenstehen: Die Mannschaft, Betriebsrat, Vorstand und Management und auch die großen Anteilseigner", sagte Osterloh bei einer nichtöffentlichen Betriebsversammlung.

Porsche bekannte sich dazu, trotz des Abgasskandals die Arbeitsplätze bei Volkswagen erhalten zu wollen. "Arbeitsplätze sind ein sehr hohes Gut. Und dieses Gut darf nicht leichtfertig verspielt werden", sagte er. Das Aufsichtsratsmitglied sprach sich abermals dafür aus, die Abgasmanipulationen vollständig aufzuklären: "Aufklärung ist das, was jetzt das Wichtigste ist. Niemand darf den Kopf in den Sand stecken. Niemand darf glauben, dass der Abgasskandal wie ein Gewitter vorbeizieht und danach wie aus heiterem Himmel wieder schönes Wetter kommt." Osterloh sagte, "allen geht es darum, dass sich derartiges nicht wiederholen kann und darf".

Sowohl Porsche als auch Osterloh bemühten sich vor den Mitarbeitern um Optimismus. Der neue Volkswagen-Vorstandschef Matthias Müller habe in der Krise "die richtigen Signale gesetzt", sagte Porsche. Müller werde "alles dafür tun, dass Volkswagen nicht vom guten Kurs der vergangenen Jahre abkommen" und "weiter die deutsche Industrie anführen" werde. Osterloh sagte: "Alle wollen, dass Volkswagen gestärkt aus dieser Krise hervorgeht."

Streichung von Leiharbeiterstellen

Nach Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" sollen die Verträge von rund 300 Beschäftigten im Nutzfahrzeugwerk in der niedersächsischen Landeshauptstadt Ende Januar auslaufen. Damit fällt demnach etwa jede dritte Zeitarbeitsstelle an dem Standort weg. Die Verträge von weiteren 500 Leiharbeitern wurden zudem zunächst nur um drei Monate verlängert, wie die Zeitung weiter schrieb.

VW-Nutzfahrzeug-Chef Eckhard Scholz habe auf einer Betriebsversammlung den schwachen Absatz beim Pick-up Amarok für den Personalüberhang verantwortlich gemacht, berichtete die Zeitung weiter. Die Zahl der Schichten solle halbiert werden.

Vorstand will Gürtel enger schnallen

Vorstandschef Müller will zumindest den Skandal um falsche CO2- und Spritverbrauchswerte bis Ende 2016 hinter sich lassen. "Ich hoffe, dass wir damit Ende nächsten Jahres weitgehend durch sind", sagte er dem Magazin "Stern".

Die Klärung von Kundenansprüchen und Klagen werde sich dagegen noch "vermutlich über Jahre" hinziehen, schätzte Müller. Um die drohenden finanziellen Belastungen auszugleichen, will der VW-Vorstand Müller zufolge Abstriche bei der eigenen Vergütung machen. "Wenn Volkswagen den Gürtel enger schnallen muss, dann erwarte ich auch von uns im Vorstand, dass wir aus freien Stücken ebenfalls zurückstecken", sagte der Konzernchef und ergänze: "Da sind wir uns übrigens schon einig."

Quelle: n-tv.de

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