Wirtschaft
Der Umsatz im US-Einzelhandel schwankt mit dem Sprithandel: "Die gesunkenen Benzinpreise erweisen sich erneut als Belastungsfaktor."
Der Umsatz im US-Einzelhandel schwankt mit dem Sprithandel: "Die gesunkenen Benzinpreise erweisen sich erneut als Belastungsfaktor."(Foto: REUTERS)

Preisverfall frisst Umsatz: Benzin belastet US-Einzelhandel

Auf den ersten Blick verraten die Daten aus dem US-Einzelhandel wenig: Im Februar entwickeln sich die Umsätze in Einkaufsmeilen, Autohäusern, Supermärkten und Tankstellen leicht rückläufig. Börsianer sehen darin ein ermutigendes Zeichen.

Die Einzelhändler in den USA haben im Februar leichte Umsatzeinbußen erlitten. Die Einnahmen sanken um 0,1 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Minus von 0,2 Prozent gerechnet.

"Die gesunkenen Benzinpreise erweisen sich erneut als Belastungsfaktor für den Einzelhandel", erklärte Helaba-Ökonomin Viola Julien. In den Kassen der Tankstellenbetreiber bleibt dadurch deutlich weniger hängen als im Vorjahr. Die Sprit-Nachfrage macht in den etwa 30 Prozent des privaten Konsums in den USA aus. Dieser wiederum steht für rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Fingerzeig für die Fed?

Die Daten zur Lage bei den Verbrauchern sind vor dem Zinsentscheid der Notenbank (Fed) an diesem Mittwoch von besonderem Interesse: Im vergangenen Dezember war es im Dollar-Raum zur ersten Straffung der Geldpolitik seit fast zehn Jahren gekommen. Im Nachgang der viel beachteten Zinswende dürfte die Fed nach Ansicht von Experten nun zunächst stillhalten.

An den Börsen sind Investoren dankbar für jeden Hinweis, wie stark die Zentralbank die Zügel dieses Jahr anziehen wird. Die Revision der Januar-Daten aus dem US-Einzelhandel könnte Währungshütern als Argument für unverändert niedrige Zinsen dienen: Für den ersten Monat des laufenden Jahres ergab sich nach aktualisierten Zahlen ein Umsatzrückgang von 0,4 Prozent, nachdem zunächst ein Plus von 0,2 Prozent geschätzt worden war.

Und: Auch wenn der Umsatz im Einzelhandel rein rechnerisch schwächer ausfiel als im Vormonat, wirken niedrigere Benzinpreise zugleich auch als starker Entlastungsfaktor für US-Konsumenten, die frei werdende Mittel an anderer Stelle ausgeben können.

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Quelle: n-tv.de

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