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Noch ist nicht abzusehen, wie viel Geld der Abgas-Skandal Volkswagen kosten wird.
Noch ist nicht abzusehen, wie viel Geld der Abgas-Skandal Volkswagen kosten wird.(Foto: dpa)

Zu spät informiert: Bericht: Allianz-Tochter verklagt VW

Auch in Deutschland klagen Anleger gegen Volkswagen. Eine Sammelklage bekommt nun besondere Brisanz, denn daran beteiligt sich auch der Vermögensverwalter des Allianz-Konzerns. Der kennt VW gut aus dem Tagesgeschäft.

Volkswagen droht wegen der Abgasaffäre nun auch in Deutschland hohe Schadensersatzforderungen von Investoren. Die Allianz werde sich über ihren Vermögensverwalter AGI in den nächsten Tagen an einer Sammelklage gegen den Autobauer beteiligen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einer mit den Plänen vertrauten Person. "Das passiert noch diesen Monat", hieß es.

Wie andere Kläger auch werde AGI geltend machen, dass VW zu spät über die Manipulationen an Dieselfahrzeugen informiert und damit die Pflicht zur Veröffentlichung potenziell aktienkursbewegender Erkenntnisse verletzt habe. Die Fondsgesellschaft sieht sich angehalten, für die Interessen ihrer Anleger zu kämpfen. Auch andere große Investmenthäuser in Deutschland prüfen Finanzkreisen zufolge eine Klage.

Beim Landgericht Braunschweig liegen bereits mehrere Klagen von Privatanlegern, die wegen des Kursverfalls der VW-Aktie Schadensersatz fordern. Dies hat der Wolfsburger Konzern als unbegründet zurückgewiesen. Dem Vorstand seien erst am 18. September 2015 - unmittelbar bevor der Skandal öffentlich wurde - wesentliche Informationen rund um die Manipulation von Diesel-Motoren bekannt geworden, argumentiert VW. Zu der neuesten Entwicklung wollte sich Volkswagen nicht äußern.

Im Tagesgeschäft eng verbunden

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Ein Sprecher von Allianz Global Investors (AGI) erklärte, bislang sei keine Klage gegen Volkswagen eingereicht worden. Vermögensverwalter hätten aber eine treuhänderische Rolle und seien daher grundsätzlich verpflichtet, mögliche Schadenersatzansprüche zu prüfen. Vom Allianz-Konzern war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

AGI hält nach Reuters-Daten 0,06 Prozent an VW. Die Fondsgesellschaft ist damit zwar keiner der Top-20-Aktionäre. Dass die Allianz gegen den Autobauer zu Felde zieht, sorgt in der Branche aber trotzdem für Aufmerksamkeit, schließlich sind beide Konzerne im Tagesgeschäft eng miteinander verbunden. So gibt es etwa ein Gemeinschaftsunternehmen in der Autoversicherung. Außerdem gehört die Allianz zu jenen Versicherern, die als Konsortium potentielle Fehler der VW-Manager finanziell absichern. Solche sogenannten D&O-Versicherungen werden von den Unternehmen abgeschlossen und bezahlt, weil Schadenersatzforderungen das Vermögen von Vorständen meist deutlich übersteigen.

Ermittlungen in Paris

Unterdessen leitete auch die Staatsanwaltschaft in Paris Ermittlungen gegen Volkswagen wegen schweren Betruges bei der Abgasbehandlung von Diesel-Fahrzeugen ein. Dabei gehe es um die in Frankreich betroffenen Fahrzeuge, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Strafverfolger hatten bereits im Oktober eine Voruntersuchung begonnen und Büros von Volkswagen durchsucht. Europas größter Autokonzern hatte im vergangenen Jahr zugegeben, millionenfach Stickoxid-Werte von Dieselautos mit einer illegalen Software manipuliert zu haben. In Frankreich sind es knapp 950.000 Autos betroffen.

In den USA, wo der Abgas-Skandal durch die Umweltbehörde EPA öffentlich gemacht worden war, steht eine Strafe von bis zu 46 Milliarden Dollar im Raum. Die Summe dürfte nach Einschätzung von Juristen allerdings deutlich niedriger ausfallen, wie frühere Fälle vermuten lassen. Experten schätzen, dass der Abgasskandal einschließlich Schadensersatzzahlungen am Ende mehr als 30 Milliarden Euro kosten könnte. In den USA sind bereits mehr als 500 Sammelklagen eingegangen.

Quelle: n-tv.de

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