Wirtschaft
Amazon wächst: Der Online-Händler erwirtschaftete allein im zweiten Quartal 2015 einen Überschuss von 79 Millionen Dollar.
Amazon wächst: Der Online-Händler erwirtschaftete allein im zweiten Quartal 2015 einen Überschuss von 79 Millionen Dollar.(Foto: picture alliance / dpa)

Big Deal mit Boeing?: Bericht: Amazon will 20 Flugzeuge leasen

Der Online-Versandhändler Amazon investiert weiter in großem Stil: Nachdem der Konzern erst vor wenigen Monaten eine Milliarde Dollar für die Videospiele-Plattform Twitch gezahlt hat, folgt nun ein weiterer Coup - eine eigene Flugzeugflotte.

Amazon will einem Medienbericht zufolge eine eigene Frachtflugzeugflotte aufbauen. Der amerikanische Internet-Handelsriese wolle 20 Frachtflugzeuge des Typs Boeing 767 leasen, berichtete die "Seattle Times" unter Berufung auf Personen, die mit den Plänen vertraut sind. Demnach wolle der Konzern bereits Ende Januar mit der neuen Dienstleistung an den Start gehen. Der Konzern habe auch Gespräche mit mehreren Cargoflugzeugbetreibern - darunter der Air Transport Service Group (ATSG), Atlas Air und Kalitta Air - geführt.

Der weltgrößte Online-Händler wolle mit der Flotte Verspätungen von Logistikfirmen vermeiden, die angesichts der enormen Versandvolumen in der Vergangenheit nicht mehr hinterhergekommen waren. Amazon habe "die Nase voll von Drittfirmen, die sich als Flaschenhals für das eigene Wachstum" erwiesen hätten, sagte ein Branchenanalyst dem Blatt. Es gebe sogar Spekulationen, nach denen Amazon auch für andere Unternehmen liefern - und damit in den Wettbewerb mit FedEx oder UPS einsteigen könnte.

Das Unternehmen selbst wollte den Bericht bisher nicht kommentieren. Auch Boeing war zu keiner Stellungnahme bereit. in Deutschland hatte das Versand-Unternehmen zuletzt Anfang Dezember mit seinen Plänen für Aufsehen gesorgt, in den "Offline"-Buchhandel einsteigen zu wollen. Eine erste Filiale könne etwa in Berlin entstehen, sagte Deutschland-Chef Ralf Kleber. "In keiner anderen deutschen Stadt haben wir in so vielen Bereichen investiert, sind wir so breit vertreten und haben wir so viel vor."

Der vor 20 Jahren als Buchhändler gestartete Konzern aus Seattle steckt bereits Milliarden in Smartphones und Tablets, Videos sowie eigene Filme und Spiele. Damit will der umtriebige Firmengründer Jeff Bezos Apple, Google und dem aufstrebenden Video-Portal Netflix Paroli bieten und Wachstumsfelder besetzen. Ende August hatte Amazon - beim größten Zukauf der Firmengeschichte - fast eine Milliarde Dollar für die Videospiele-Plattform Twitch bezahlt.

Quelle: n-tv.de

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