Wirtschaft

IWF-Chefposten: Berlin und London sind für Lagarde

Christine Lagarde will weitere fünf Jahre an der Spitze des IWF bleiben. Die Französin hat auch wichtige Unterstützer. Allerdings könnte ein unangenehmes juristisches Problem die Konservative noch ausbremsen.

Christine Lagarde hat ihren Hut in den Ring geworfen.
Christine Lagarde hat ihren Hut in den Ring geworfen.(Foto: REUTERS)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) bereitet die Wahl seines nächsten geschäftsführenden Direktors vor: Der IWF eröffnete offiziell den Auswahlprozess der Kandidaten. Wenige Beobachter allerdings sehen keine ernsthafte Herausforderung für die aktuelle Chefin Christine Lagarde, die bereits erklärt hat, sie stehe für weitere fünf Jahre zur Verfügung.

Derweil sprach sich die deutsche Bundesregierung für Lagarde aus. "Deutschland begrüßt die erneute Kandidatur von Christine Lagarde für eine weitere Amtszeit als Geschäftsführende Direktorin des IWF", erklärte das Bundesfinanzministerium. Die Französin sei "in den schwierigen Zeiten nach der Finanzkrise eine umsichtige und erfolgreiche Krisenmanagerin" gewesen, "die ganz wesentlich zu dem hohen Ansehen des IWF beigetragen hat". Gleichzeitig sei es ihr gelungen, die Interessen der Anteilseigner zu bündeln und die Effizienz des IWF weiter zu erhöhen.

Auch der britische Schatzkanzler George Osborne unterstützt Lagardes Kandidatur. "Christine hat die Vision, Energie und den Scharfsinn, um dabei zu helfen, die globale Wirtschaft durch das kommende Jahr zu steuern", sagte er: "Die Welt sieht sich einem gefährlichen Cocktail von Risiken ausgesetzt."

Juristische Tretmine

Bislang hat Lagarde noch keinen Herausforderer. Die frühere französische Finanzministerin war 2011 an die Spitze des IWF gewählt worden und setzte sich dabei gegen den mexikanischen Zentralbankchef Augustin Carstens durch. Ihre fünfjährige Amtszeit endet am 5. Juli.

Allerdings könnte Lagarde noch juristisch ausgebremst werden. Im Dezember ordnete ein Gericht in Paris an, dass ihr wegen ihrer Rolle bei einer 400-Millionen-Euro-Zahlung an den Unternehmer Bernard Tapie ein Verfahren droht. Das Geld war dem Unterstützer des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy während der Amtszeit Lagardes als Finanzministerin als Schadenersatz zuerkannt worden. Damit sollten Verluste ausgeglichen werden, die Tapie 1992 beim Verkauf von Adidas -Anteilen entstanden sein sollen.

Der IWF ist der wichtigste internationale Helfer bei Finanz- oder Wirtschaftskrisen. So war er beispielsweise bei den Rettungsprogrammen für Griechenland und andere Euro-Länder an Bord. Die Rolle des IWF ist umstritten, da er im Gegenzug für seine Beteiligung in der Regel harte Sparprogramme fordert.

Quelle: n-tv.de

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