Wirtschaft
Warum vertraut die Zentralbank diesem Mann nicht?
Warum vertraut die Zentralbank diesem Mann nicht?(Foto: imago/Insidefoto)
Mittwoch, 26. Oktober 2016

Zu hohes Vorstrafenregister: Berlusconi muss Bank-Beteiligung abgeben

Nur zuverlässige Bürger dürfen in Europa eine Bank betreiben. Als solchen stuft die Bankenaufsicht Ex-Regierungschef und Lebemann Silvio Berlusconi nicht ein. Trotz seiner bekannten Vorstrafen kommt das für ihn offenbar überraschend.

Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi liegt im Clinch mit der EZB. Wie seine Finanzholding Fininvest am bekanntgab, erklärt die Europäische Zentralbank (EZB) deren Großbeteiligung an der italienischen Banca Mediolanum für nicht zulässig. Fininvest kündigte umgehend an, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Mit ihrer Entscheidung springen die EZB-Bankenaufseher Italiens Notenbank zur Seite. Diese hatte die Berlusconi-Gesellschaft bereits 2014 angewiesen, ihren Anteil an Banca Mediolanum auf zehn Prozent zu kappen von derzeit rund 30 Prozent.

Ein größeres Paket wollte die Bank von Italien Fininvest nicht zugestehen, weil Berlusconi wegen Steuerbetrugs rechtskräftig verurteilt worden ist. Fininvest klagte damals mit Erfolg gegen die Anweisung, die von einem Berufungsgericht gekippt wurde.

Dass sich nun die EZB in die Angelegenheit einschaltet, trifft Banca Mediolanum offenbar unerwartet. "Das kommt etwas überraschend", erklärte Bankchef Massimo Doris und betonte, die Kapitalposition des Instituts bleibe intakt. Der Aktienkurs des Geldhauses notierte an der Mailänder Börse knapp ein Prozent im Minus und damit schwächer als der Gesamtmarkt.

Quelle: n-tv.de

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