Montag, 07. Dezember 2009
Arbeitslosigkeit als Risiko: Bernanke bleibt vorsichtig
Die US-Wirtschaft hat sich nach Aussagen von Fed-Chef Ben Bernanke erholt. Er warnte jedoch bei einer Rede vor dem Wirtschaftsclub in Washington vor weiteren Risiken wie der hohen Arbeitslosigkeit. "Wir haben noch ein Stück des Weges vor uns, bevor wir sichergehen können, dass sich die konjunkturelle Erholung selber trägt", sagte der Chef der US-Notenbank.
Fraglich sei, ob die Erholung genügend Jobs schaffen werde, um die hohe Arbeitslosenquote deutlich zu reduzieren. Ein schwacher Arbeitsmarkt und eine zurückhaltende Kreditvergabe dürften die Dynamik bremsen, so Bernanke. Wenn die Erholung stark genug sei, dann sei die US-Notenbank bereit, die massive Stimulierung der Wirtschaft zurückzufahren, um ein Aufflammen der Inflation zu vermeiden. "Obwohl wir einige Verbesserungen der Wirtschaftsaktivität gesehen haben, wird es einige Zeit brauchen, bis wir sicher sein können, dass der Aufschwung selbsttragend ist", sagte Bernanke. "Ökonomische Vorhersagen sind mit großer Unsicherheit behaftet, doch meine beste Schätzung ist, dass wir ein moderates Wachstum im nächsten Jahr sehen werden."
Bernanke stellte für eine längere Zeit niedrige Zinsen in Aussicht. "Wir blicken immer noch auf eine längere Phase", sagte Bernanke auf die Frage, wann die US-Notenbank die Zinsen erhöhen werde. Derzeit notiert der US-Leitzins auf dem Rekordtief von 0,00 bis 0,25 Prozent. Bernanke sagte, angesichts der unsicheren Lage am Arbeitsmarkt und der beschränkten Kreditvergabe sei es unwahrscheinlich, dass der private Konsum stark wachsen werde. Die Inflation dürfte für einige Zeit schwach bleiben und könnte vom gegenwärtigen Niveau sogar noch weiter nachgeben.
Die US-Aktienmärkte legten in Reaktion auf die Rede Bernankes zu. Der Dollar gab zum Euro jedoch nach.
rts/DJ
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