Wirtschaft
Bertelsmann-Zentrale in Gütersloh.
Bertelsmann-Zentrale in Gütersloh.(Foto: dpa)

Weiteres Wachstum anvisiert: Bertelsmann verzeichnet Gewinnsprung

Bertelsmann blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2015 zurück. Der Medienkonzern aus Gütersloh fährt dank starker Geschäfte mit Fernsehen, Büchern und Unternehmensdienstleistungen den höchsten Gewinn seit neun Jahren ein.

Der Medienkonzern Bertelsmann will seinen Wachstumskurs im laufenden Jahr fortsetzen. Das im Familienbesitz befindliche Unternehmen aus Gütersloh hat sich vorgenommen, den Umsatz zu steigern und weiterhin ein konsolidiertes Nettoergebnis von mehr als 1 Milliarde Euro zu erzielen, wie der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe bei der Bilanzvorlage in Berlin mitteilte.

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Wachstumstreiber beim Ergebnis im laufenden Jahr sollen insbesondere die Dienstleistungssparte Arvato, das Musiksegment BMG und das Bildungsgeschäft sein, sagte Rabe weiter. Andere Geschäftsbereiche sollen einen weitgehend stabilen Ergebnisbeitrag leisten.

Im abgelaufenen Jahr hat der Medienkonzern alle wesentlichen Kennzahlen gesteigert. Der Umsatz stieg im Gesamtjahr um knapp 3 Prozent auf 17,14 Milliarden Euro. Das "operating Ebitda", das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, kletterte um 5 Prozent auf 2,49 Milliarden Euro.

Unter dem Strich verbuchte Bertelsmann einen Gewinnsprung auf 1,11 Milliarden Euro von 572 Millionen Euro. Grund für den überproportionalen Anstieg war ein Wegfall negativer Sondereffekte. So musste etwa im vergangenen Jahr eine Wertberichtigung im Fernsehgeschäft im Zusammenhang mit einer umstrittenen Mediensteuer in Ungarn vorgenommen werden. Bertelsmann verzeichnet damit den höchsten Gewinn seit neun Jahren.

Wachstumstreiber RTL Group

Vom konsolidierten Nettogewinn entfielen 677 Millionen Euro auf die Bertelsmann-Aktionäre, die übrigen 431 Millionen auf Minderheitsanteile, vor allem bei den TV-Geschäften und im Bildungsbereich.

Rabe kündigte an, den Anteil der Bertelsmann-Aktionäre am Nettoergebnis in den nächsten Jahren auf etwa 70 Prozent steigern zu wollen. Helfen könnte ein höherer Anteil am Buchverlagsgeschäft Penguin Random House, an dem Pearson eine 47-Prozent-Beteiligung hält. Eine solche Aufstockung sei aber erst ein Thema für das kommende Jahr. Bertelsmann strebt zudem keine vollständige Übernahme an, sondern wäre mit einem Anteil von 70 bis 75 Prozent zufrieden. Der verbleibende Anteil könne von einem Finanzinvestor gehalten werden, Interessenten hätten sich bereits gemeldet, so Rabe.

Die mehrheitlich Bertelsmann gehörende RTL Group, zu der auch n-tv gehört, hatte bereits am 10. März ein Umsatzplus von 3,8 Prozent auf 6,03 Milliarden Euro und ein um 2 Prozent höheres Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) von 1,17 Milliarden Euro berichtet. RTL profitierte dabei insbesondere von einem starken Digitalgeschäft und einem florierenden Werbemarkt in Deutschland. Allerdings schüttet RTL mit 4 Euro 1,50 Euro weniger Dividende als im Vorjahr aus. Für das laufende Jahr erwartet Europas größte Senderkette ein Umsatzwachstum von 2,5 bis 5 Prozent bei einem weitgehend stabilen operativen Ebita.

Rabe sieht Bertelsmann auch auf gutem Weg, beim Umsatz die 20-Milliarden-Euro-Grenze zu knacken. Das werde 2020 oder 2021 der Fall sein. Auf ein Jahr käme es nicht an, zumal sich das Umsatzwachstum nicht nur organisch realisieren lasse, sondern auch weitere Zukäufe erfordere.

Der Medien- und Dienstleistungskonzern hat mit Jahresbeginn auch seine Berichtsstruktur angepasst. Zu den bisherigen fünf Sparten kommen drei weitere hinzu: Das Bildungsgeschäft (Bertelsmann Education Group), das Druckgeschäft (Bertelsmann Printing Group) sowie der Bereich Start-ups (Bertelsmann Investments).

Quelle: n-tv.de

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