Wirtschaft
Mit einem Wert von rund 35 Milliarden Euro ist Heineken der drittgrößte Brauereikonzern der Welt.
Mit einem Wert von rund 35 Milliarden Euro ist Heineken der drittgrößte Brauereikonzern der Welt.(Foto: picture alliance / dpa)

Gewinn legt kräftig zu: Bierdurst in Südamerika beflügelt Heineken

Der heiße Sommer in Europa und der Appetit der Mexikaner und Brasilianer auf kühles Bier bescheren dem niederländischen Brauerei-Konzern Heineken ein sattes Gewinnplus. Lediglich die Region Afrika und Naher Osten bereitet Sorgen.

Die höhere Nachfrage nach Premium-Bieren in Lateinamerika lässt den Gewinn bei der weltweit drittgrößten Brauerei Heineken sprudeln. Unter dem Strich verdienten die Niederländer nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr mit 2,05 Milliarden Euro 16 Prozent mehr als vor Jahresfrist. An seine Aktionären will Heineken eine Dividende von 1,30 Euro je Aktie ausschütten, 18 Prozent mehr als 2014.

Gut liefen die Geschäfte vor allem in Mexiko und Brasilien, wo Heineken höhere Preise für sein Bier verlangen konnte. Der Umsatz in Nord- und Südamerika stieg um 8,5 Prozent. Für 2016 sagte der Konzern weitere Zuwächse bei Umsatz und Gewinn voraus.

Schlechter lief es dagegen in Afrika und im Nahen Osten. Die Konjunkturabkühlung in Ländern wie Nigeria und weniger Urlauber etwa in Ägypten oder Tunesien drückten auf den Absatz. In Europa legten die Umsätze um 1,4 Prozent zu, wo Heineken nach eigenen Aussagen vom besonders heißen Sommer profitierte.

Mit einem Wert von rund 35 Milliarden Euro ist Heineken der drittgrößte Brauereikonzern der Welt. Er verkauft mehr als 250 Bier- und Cidremarken, darunter Heineken, Strongbow und Amstel. Weltmarktführer Anheuser-Busch InBev aus Belgien hatte sich im Oktober mit der Nummer zwei, SABMiller aus Großbritannien, auf eine Mega-Übernahme geeinigt. InBev will für SABMiller fast 100 Milliarden Euro zahlen.

Kampf gegen den Alkoholismus in Russland belastet Carlsberg

Bei der Nummer vier der Branche, Carlsberg, mit Marken wie Tucher und Holsten reißt indes ein schwaches Russland-Geschäft tiefe Löcher in die Kasse. 2015 sei deswegen ein Verlust vor Steuern von umgerechnet 231 Millionen Euro angefallen, nach einem Gewinn von fast 900 Millionen Euro vor Jahresfrist, teilten die Dänen mit.

"Während unser Geschäft in Asien gut läuft, hatten wir in West- und Osteuropa ein schwieriges Jahr", sagte Firmenchef Cees 't Hart. Carlsberg hatte 2008 die führende russische Biermarke Baltika übernommen, kämpft seitdem aber mit der steigenden Regulierung sowie der schwachen Konjunktur. Im Kampf gegen den Alkoholismus ist in Russland etwa der Verkauf von Bier an Kiosken verboten worden, zudem wurden Steuern erhöht.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen