Wirtschaft
Die Zahl der Interessenten für den kanadischen Smartphone-Hersteller steigt.
Die Zahl der Interessenten für den kanadischen Smartphone-Hersteller steigt.(Foto: REUTERS)

Der Nächste bitte: Blackberry-Gründer werfen Hut in den Ring

Lange kommt die Suche nach Investoren nicht voran. Inzwischen stößt der taumelnde Smartphone-Hersteller Blackberry auf reges Interesse. Nun steigen die Gründer ins Rennen ein.

Der angeschlagene Smartphone-Hersteller Blackberry könnte möglicherweise wieder in die Hände seiner Gründer übergehen. Der langjährige Unternehmenschef Mike Lazaridis und sein Mitgründer Doug Fregin erwägen ein gemeinsames Gebot für den zum Verkauf stehenden Konzern, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

Dort steht auch, dass Lazaridis and Fregin mittlerweile acht Prozent an dem Unternehmen halten. Sie loten die "Möglichkeiten für ein potenzielles gemeinsames Angebot" für die Übernahme der ausstehenden Blackberry-Aktien aus, heißt es weiter.

Gründer kooperieren nicht mit Fairfax

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Blackberry hatte im August angekündigt, strategische Optionen für das Unternehmen zu prüfen und auch einen Verkauf nicht ausgeschlossen. Im September hatte der kanadische Finanzinvestor Fairfax eine Absichtserklärung mit Blackberry unterzeichnet - Fairfax will das Unternehmen für 4,7 Milliarden Dollar kaufen. Derzeit prüft Fairfax die Bücher des Smartphonekonzerns. Sollte der kanadische Finanzinvestor tatsächlich einschlagen, würde Blackberry von der Börse genommen. Fairfax hält bereits zehn Prozent an Blackberry.

Lazaridis und Fregin arbeiten dabei nicht mit Fairfax zusammen, wie eine mit den Vorgängen vertraute Person sagte. Die beiden Männer haben laut SEC-Mitteilung Goldman Sachs und Ceterview Partners als Berater angeheuert.

Cerberus als Interessent gehandelt

Neben den genannten Parteien soll auch der Finanzinvestor Cerberus ein Auge auf den Smartphone-Pionier geworfen haben, das hatten informierte Personen dem Wall Street Journal Anfang des Monats gesagt. Ob dieser eine Offerte plant, ist aber unklar. Daneben machen die Informanten einen weiteren interessierten Investor aus. Auch über ein Angebot von Lazaridis war bereits spekuliert worden.

Das kanadische Unternehmen ringt seit Jahren mit sinkenden Marktanteilen und einbrechenden Gewinnen. Die Kanadier hatten vergangenes Jahr eine neue Modellreihe an den Markt gebracht, die allerdings floppte. Daraufhin kündigte der Smartphone-Hersteller an, sich aus dem Privatkundengeschäft zurückzuziehen und sich künftig vor allem auf Dienste und Telefone für Unternehmenskunden konzentrieren zu wollen.

Lazaridis gilt als einer der Verantwortlichen für die heutigen Probleme von Blackberry: Während seiner Amtszeit hatte Blackberry unter anderem den Trend zu Touchscreen-Telefonen unterschätzt. Er war im Streit mit dem aktuellen Firmenchef Thorsten Heins aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Quelle: n-tv.de

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