Sonntag, 08. August 2010
Blackberry-Sperre abgewendet: Saudis bekommen Zugriff
Im Streit um die Datenkontrolle bei den Blackberrys haben Saudi-Arabien und Hersteller RIM offenbar einen Kompromiss gefunden. Damit werden die Dienste des Smartphones im Königreich nicht verboten.Eine Sperre der Blackberry-Dienste in Saudi-Arabien ist wohl im letzten Moment abgewendet worden. Der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) habe eingewilligt, eigene Server im arabischen Königreich zu installieren, sagte ein Beamter der staatlichen saudischen Telekom-Behörde CITC. Erste Tests seien bereits im Gange. Verlaufen diese zur Zufriedenheit der saudischen Regierung, wird der Messenger des Smartphones nicht gesperrt.
Saudi-Arabien hatte Anfang der Woche angekündigt, die Blackberry-Dienste ab Freitag wegen "Sicherheitsbedenken" zu verbieten. Die Sperre blieb jedoch aus. Nutzer des Smartphones berichteten lediglich von zeitweiligen Ausfällen. Die RIM-Top-Managerin Frenny Bawa reiste zu Gesprächen mit den CITC- Verantwortlichen nach Riad.
Dabei bot sie den Behörden offenbar an, Server in dem Königreich zu installieren, über die dann ein Teil der verschlüsselten Daten übermittelt werden kann. Dadurch hätten saudische Behörden besseren Zugriff auf die Informationen. Saudi-Arabien argumentiert, das sei zur besseren Terrorabwehr und -bekämpfung notwendig.
Die Smartphones gelten als abhörsicher und erregen deshalb generell den Argwohn autoritärer Regime. RIM verschlüsselt E-Mails und andere Botschaften direkt auf dem Telefon und versendet die Daten über Server in Kanada - dadurch ist die Kommunikation mit den Geräten der staatlichen Kontrolle weitgehend entzogen.
Saudi-Arabiens Telekommunikations-Aufsichtsbehörde drohte deshalb damit, den Messenger-Dienst abzuschalten. Zur Begründung hieß es lapidar, die auf den rund 700.000 Blackberrys im Land angebotenen Dienste entsprächen nicht den nationalen Bestimmungen. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten bereits angekündigt, die Internet-Funktionen der rund 500.000 Blackberrys im Land ab 11. Oktober zu sperren. Auch in Indien steht der Blackberry-Hersteller wegen der Verschlüsselung seiner Dienste unter Druck.
jga/rts/dpa/AFP
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