CCB-Anteil verkauftBoA nimmt Milliarden ein

Anleger der Bank of America können sich endlich wieder freuen: Der Aktienkurs des US-Finanzinstituts klettert deutlich. Der Grund: Die BoA verkauft ein Stück ihres China-Construction-Bank-Kuchens und spült sich damit selbst frisches Kapital in Milliardenhöhe in die Kassen.
Die stark unter Druck geratene Bank of America macht ihre Beteiligung an der chinesischen Bank CCB zu Geld. Der Verkauf von gut der Hälfte einer zehnprozentigen Beteiligung an nicht genannte Investoren bringt ihr rund 8,3 Mrd. Dollar (5,7 Mrd. Euro) ein, wie die Bank mitteilte. Einen Anteil von rund fünf Prozent an der China Construction Bank (CCB) - der zweit-wertvollsten Bank der Welt - will die Bank of America behalten.
Sie war 2005 - weit vor dem Börsengang der CCB - zunächst mit 9,9 Prozent bei der Bank eingestiegen und hatte den Anteil später noch ausgebaut. Nun nutzte sie die erste Gelegenheit, einen Teil der Aktien nach dem Ende der Haltefrist zu versilbern.
Buffett steigt ein
Die Bank-of-America-Aktie reagierte mit einem Freudensprung um zeitweise rund 5 Prozent. Sie war in den vergangenen Wochen stark unter Druck geraten, weil Analysten und Investoren mutmaßten, dass die Bank Milliarden an frischem Kapital brauche, um mit den faulen Hypothekenkrediten in ihrer Bilanz und damit zusammenhängenden Klagen fertigzuwerden.
Vorstandschef Bryan Moynihan hatte stets beteuert, die Bank könne genügend Kapital durch den Verkauf von nicht-strategischen Beteiligungen aufbringen. Doch erst der überraschende Einstieg des Milliardärs Warren Buffett mit fünf Milliarden Dollar hatte die Anleger am Freitag beruhigt.
"Basel III" als Grund?
Zu den Käufern des Anteils zählt Finanzkreisen zufolge der Staatsfonds von Singapur, Temasek . Der Anteilsverkauf bringt der Bank of America im dritten Quartal einen Nettogewinn von 3,3 Mrd. Dollar. Die Beteiligung habe beiden Seiten genutzt, sagte Moynihan. Die Zusammenarbeit der CCB mit der Bank of America war erst vor einer Woche bis Ende 2012 verlängert worden. Damals hatte CCB noch erklärt, nichts von den in Finanzkreisen kursierenden Plänen über einen Teilverkauf zu wissen.
Grund für den Verkauf seien aber die künftig verschärften Eigenkapitalregeln von "Basel III", die Beteiligungen an anderen Banken unattraktiv machen, erklärte Finanzchef Bruce Thompson. Danach können Beteiligungen von mehr als zehn Prozent an anderen Banken nicht mehr beim Eigenkapital angerechnet werden. Damit bringe der Verkauf nicht nur zusätzliches Kapital, sondern reduziere auch die Risiken in der Bilanz.