Wirtschaft
Gab es jahrelange Manipulationen von Devisenkursen? Die Großbanken räumen vorsichtshalber personell auf.
Gab es jahrelange Manipulationen von Devisenkursen? Die Großbanken räumen vorsichtshalber personell auf.(Foto: picture alliance / dpa)

Unter Manipulationsverdacht: BoA und BNP suspendieren Devisenhändler

Um ihre Banken aus dem Kreuzfeuer der Kritik zu nehmen, kehren die Vorstände nun mit harter Hand. Im Zusammenhang mit möglichen Manipulationen von Devisenkursen sind mittlerweile mehr als 20 Banker weltweit beurlaubt oder entlassen.

Mögliche Devisenkurs-Manipulationen bringen immer mehr hochrangige Bankmitarbeiter in Bedrängnis. Bank of America und die französische Großbank BNP Paribas haben im Zuge der Aufarbeitung der Vorfälle Manager suspendiert. Nach Angaben aus informierten Kreisen handelt es sich bei dem Franzosen um Bob De Groot, den Leiter der Abteilung Devisenspothandel. Insgesamt haben die großen Banken im Zuge des Devisenskandals bisher mehr als 20 Händler suspendiert oder entlassen, darunter auch mehrere bei der Deutschen Bank. Auch JP Morgan Chase. Barclays und UBS greifen im Rahmen eigener Ermittlungen durch.

Mit De Groot ist erstmals eine Suspendierung eines Mitarbeiters bei der französischen Großbank bekannt geworden. BNP Paribas wollte sich zu dem Thema zunächst nicht äußern. Der in London ansässige De Groot war für einen Kommentar ebenfalls nicht zu erreichen. BNP belegt gemessen am Marktanteil Platz zwölf im Devisenhandel.

Bei der Nummer zehn in diesem Geschäftsfeld, der Bank of America, darf der Leiter des Devisenspothandels in Europa, Joseph Landes, vorerst nicht mehr arbeiten, wie eine informierte Person sagte. Auch Landes war zunächst nicht erreichbar.

BoE lässt extern überprüfen

De Groot ist im Londoner Devisenhandel kein Unbekannter. Er nimmt regelmäßig an Treffen von Devisenmarktexperten teil, die von der Bank of England ausgerichtet werden. Aufzeichnungen von diesen Treffen belegen, dass De Groot seit mindestens 2007 bei den Treffen dabei war. Seinerzeit war er bei der Citigroup beschäftigt.

Die Notenbank selbst ist ebenfalls von dem Devisenskandal betroffen. Sie hatte mitgeteilt, dass sie im Zusammenhang mit den Untersuchungen einen Mitarbeiter suspendiert hat.

Die Zentralbank veröffentlichte zudem Aufzeichnungen von internen Treffen, bei denen die Beteiligten wiederholt Bedenken über mögliche Manipulationen erörtert hatten, ein Fall reicht bis 2006 zurück. Die Bank of England hat nach eigenen Angaben eine externe Kanzlei mit der Überprüfung des Verhaltens der Mitarbeiter beauftragt.

Die Ermittlungen wegen potenzieller Währungsmanipulationen waren im April letzten Jahres in Großbritannien in Bewegung gekommen. Damals hatte die britische Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority damit begonnen, den Markt eingehend zu prüfen. Seither haben Branchenwächter unter anderem in den USA, der Schweiz und Hongkong eigene zivil- oder strafrechtliche Untersuchungen eingeleitet.

Quelle: n-tv.de

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