Wirtschaft
Bank of Japan lässt ihr Anleihekaufprogramm erst einmal ruhen und wartet ab.
Bank of Japan lässt ihr Anleihekaufprogramm erst einmal ruhen und wartet ab.(Foto: REUTERS)

Pause bei Anleihekäufen: BoJ kontert politischen Druck

Japans Wirtschaft steckt in einem Dilemma: Sie wächst nicht und es herrscht seit Jahren Deflation. Allerdings kann die Notenbank nicht mehr an der Zinsschraube drehen. Das Mittel der expansiven Geldpolitik muss herhalten. Teilen der Politik reicht das aber nicht, denn die Wirkung ist bisher vernachlässigenswert.

Japans Notenbank (BoJ) hält ungeachtet von Aufforderungen zu neuen Taten aus der Politik ihren Kurs in der Geldpolitik konstant. Die Währungshüter beließen den Schlüsselzins auf seinem bisherigen Niveau von 0,0 bis 0,1 Prozent und veränderten auch ihre Einschätzung der grundsätzlichen Wirtschaftslage nicht. Die Notenbanker hatten im Oktober die Geldpolitik bereits den zweiten Monat in Folge mit einer Ausweitung ihrer Anleihekäufe gelockert und entschieden sich nun dazu, zunächst die Wirkung dieser Entscheidungen abzuwarten.

Oppositionsführer Shinzo Abe - der nach den Wahlen im Dezember Umfragen zufolge wohl neuer Regierungschef wird - hatte die Notenbanker zu "unbegrenzten" Schritten zur Ankurbelung der Wirtschaft aufgefordert. Er dürfte den Druck auf die Notenbank nach der Wahl erheblich erhöhen - dabei will er möglicherweise sogar ihre gesetzlich festgeschriebene Unabhängigkeit stutzen.

Japan schultert unter den führenden Industrienationen im Verhältnis zu seiner Wirtschaftskraft die höchste Schuldenlast. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegt die Schuldenquote bei etwa 230 Prozent. In absoluten Zahlen kletterte die Staatsverschuldung jüngst auf ein Volumen von rund 9,6 Billionen Euro (1,024 Billiarden Yen). Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt leidet seit Jahren unter einer hartnäckigen Deflation, einem Gemisch aus sinkenden Preisen und Löhnen bei wirtschaftlicher Stagnation.

Quelle: n-tv.de

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