Wirtschaft
Bereits Ende Dezember hat sich die BoJ dem massiven Druck des Ministerpräsidenten Shinzo Abe gebeugt und den Geldhahn weiter geöffnet.
Bereits Ende Dezember hat sich die BoJ dem massiven Druck des Ministerpräsidenten Shinzo Abe gebeugt und den Geldhahn weiter geöffnet.(Foto: REUTERS)

Kampf der Deflation: BoJ plant nächsten Schlag

Die Bank of Japan versucht auch im neuen Jahr, die kriselnde Wirtschaft mit aggressiven Maßnahmen auf Schwung zu bringen. Den zweiten Monat in Folge soll eine geldpolitische Lockerung im Volumen von mehreren Billionen Yen erfolgen. Einen solchen Doppelschlag gab es zuletzt 2003.

Die Bank of Japan (BoJ) holt einem Zeitungsbericht zufolge auf ihrem Kurs zu einer aggressiven Geldpolitik zum nächsten Schlag aus. Die japanischen Währungshüter arbeiteten daran, bei ihrer Ratssitzung in der nächsten Woche weitere Lockerungen zu verkünden, berichtete die Wirtschaftszeitung "Nikkei". Damit würde die Zentralbank zum ersten Mal seit über neun Jahren die schlaffe Wirtschaft Japans in zwei Sitzungen hintereinander stützen. Einen solchen geldpolitischen Doppelschlag der Notenbank hatte es zuletzt 2003 gegeben.

Die Regierung und die BoJ hätten eine grundsätzliche Übereinkunft über eine gemeinsame Erklärung zum Kampf gegen die Deflation erzielt, schrieb die Zeitung. Das Dokument lege ein Inflationsziel von zwei Prozent fest, außerdem werde der BoJ-Gouverneur verpflichtet, regelmäßige Berichte über die Fortschritte auf diesem Weg vorzulegen.

Die zusätzliche Lockerung dürfte sich auf rund 10 Billionen Yen für weitere Wertpapierkäufe belaufen. Bereits Ende Dezember hatte sich die BoJ dem massiven Druck des Ministerpräsidenten Shinzo Abe gebeugt und den Geldhahn noch ein Stück weiter aufgedreht. Das Volumen war um 10 Billionen auf insgesamt 101 Billionen Yen gestiegen.

Details folgen

Finanzminister Taro Aso und Wirtschaftsminister Akira Amari treffen sich den Angaben zufolge am Freitag mit BoJ-Gouverneur Masaaki Shirakawa, um letzte Details der gemeinsamen Erklärung festzulegen.

Die BoJ hat sich bereits grundsätzlich ein Inflationsziel von zwei Prozent auferlegt, dieses aber mit einen mittel- oder langfristigen Zeithorizont versehen. Bei der Einführung des Ziels im Februar 2012 hatte die BoJ erklärt, "vorerst" eine Preissteigerungsrate von 1 Prozent anzupeilen.

Die Regierung und die BoJ werde keinen spezifischen Zeitraum nennen, in dem das Inflationsziel von zwei Prozent erreicht werden solle, sondern eine allgemeine Formulierung wie etwa "mittelfristig" wählen. Zudem sei ein Forum zur Diskussion der Geldpolitik geplant, doch die Setzung der Geldpolitik werde aus Respekt vor der Unabhängigkeit der Notenbank den Währungshütern überlassen.

Quelle: n-tv.de

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