Wirtschaft
Bochum setzt auf Digitalisierung: "Wir werden die schnellste Stadt Deutschlands."
Bochum setzt auf Digitalisierung: "Wir werden die schnellste Stadt Deutschlands."(Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Referat für Kommunikation)

"Schnellste Stadt Deutschlands": Bochum will zur "Gigabitcity" aufsteigen

Ehrgeizige Zielvorgabe aus dem Ruhrgebiet: Bochums Oberbürgermeister will seine Stadt zum Vorreiter der Digitalisierung in Deutschland machen. Binnen weniger Monate sollen die Bürger Anschluss ans superschnelle Internet erhalten.

Bochum will die erste "Gigabitcity" Deutschlands werden: Bis Ende 2018 soll fast jeder Haushalt in der Stadt Zugang zu superschnellem Internet haben. "Wir werden die schnellste Stadt Deutschlands", sagte Oberbürgermeister Thomas Eiskirch der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Offiziell will der SPD-Politiker die Zielvorgabe zu Wochenbeginn auf der IT-Messe Cebit in Hannover verkünden.

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Bei der "Gigabitcity" arbeiten die Stadt, die Stadtwerke und der Kabelnetzbetreiber Unitymedia zusammen; Bund und Land sollen den Netzausbau laut Zeitung mit knapp sechs Millionen Euro fördern. Bochum hat knapp 194.000 Haushalte. Bis Ende kommenden Jahres sollen 95 Prozent von ihnen superschnelles Internet haben, wie Eiskirch der Zeitung sagte.

In den ersten Monaten des Jahres 2018 sollen den Bochumern Tarifangebote gemacht werden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Wieviel genau die neuen Anschlüsse kosten sollen, ist noch unklar.

Neue Glasfaseranschlüsse

Unitymedia werde sein glasfaserbasiertes Kabelnetz in Bochum mit neuen Netzelementen ausstatten, heißt es. Dazu komme der neue Netzwerkstandard Docsis 3.1, der Übertragungsraten von bis zu zehn Gigabit je Sekunde ermögliche. Dies werde den Druck auf die Konkurrenz erhöhen, sagte Unitymedia-Chef Lutz Schüler dem Blatt. Unitymedia ist in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen aktiv.

Unabhängig von den Bochumer Plänen will die Bundesregierung die Digitalisierung auch bei kleineren Unternehmen vorantreiben. "Wir wollen den Ausbau gigabitfähiger digitaler Infrastrukturen forcieren", schreibt Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, in einem Gastbeitrag für die "Rheinische Post".

Gigabit-Gutscheine vom Staat

Neue Fördermittel und eine Art Gutschein-Lösung sollen zusätzliche Anreize schaffen. "Wir planen einen Zukunftsinvestitionsfonds und Gigabit-Voucher, also Gutscheine für Zuschüsse für Gigabitanschlüsse in Verbindung mit innovativen Anwendungen", erklärte Machnig. Kleine und mittlere Unternehmen sowie Einrichtungen wie Schulen oder Arztpraxen sollen diese Gutscheine demnach nutzen können, um die Belastungen durch erforderliche Investitionen zu verringern.

Im sogenannten Weißbuch Digitale Plattformen macht die Bundesregierung weitere Vorschläge für eine digitale Ordnungspolitik. "Internetplattformen sollen ein EU-weites Beschwerdemanagement einführen, damit Nutzer rechtswidrige Inhalte melden können und Plattformanbieter rechtswidrige Inhalte löschen", schreibt Machnig.

Zudem sollen überall gleiche Regeln gelten: "Wir wollen gleiche Regeln bei Kunden- und Datenschutz für alle Dienste." Datenschutzbedingungen, nach denen für Verbraucher kalifornisches Recht gilt, obwohl sie den Dienst in Europa einsetzen, wie bei Whatsapp zum Beispiel, sollen demnach künftig nicht mehr zulässig sein.

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Quelle: n-tv.de

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